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Umsatzplus von 27 Prozent im ersten Quartal 2006 beim Müsinger Magnettechniker "Precima"

Boom durch Bremsen - zweistelliges Wachstum

Bückeburg (bus). "Wir haben im ersten Quartal 2006 ein Umsatzplus von 27 Prozent zu verzeichnen." Das sagte der Geschäftsführer der "Precima Magnettechnik" Müsingen, Karl-Heinz Pape. Der Maschinenbauingenieur geht davon aus, dass die Entwicklung noch eine Weile anhalten wird. Die Branche verzeichne allenthalben rapide Zuwächse. "Es läuft uns um", fasst er den Aufschwung, von dem allerdings niemand so recht zu sagen weiß, woher er rührt, in Worte zusammen.

Karl-Heinz Pape (rechts) erläutert der BfB-Besuchergruppe die Fe

Positiver Aspekt für den Arbeitsmarkt: Precima hat in den ersten vier Monaten 2006 bereits fünf neue Mitarbeiter eingestellt. Gearbeitet wird an der Müsinger Straße im früheren Gebäude eines Schraubengroßhändlers im Zweischichtbetrieb, seit einigen Wochen auch sonnabends. Die "Bürger für Bückeburg" (BfB) erfuhren diese guten Nachrichten in der Reihe ihrer Betriebsbesichtigungen "Die Firma ist für uns sozusagen ein weißer Fleck", sagten die BfB-Ratsherren Raimund Leonhard und Jürgen Hockemeier vor Besichtigungsbeginn. Die Magnettechnik GmbH besteht seit 1981. Die 90 Mitarbeiter, von denen etwa zwei Drittel am Hauptsitz in Helpsen tätig sind, fertigen überwiegend elektrisch schaltbare Bremsen und Kupplungen. Sie wurden speziell für die Erfordernisse des modernen Maschinen- und Apparatebaus entwickelt. Pape: "Durch die hohen Qualitätsmaßstäbe in der Entwicklung, der Werkstoffauswahl und der Fertigung werden sie allen Ansprüchen der heutigen Antriebstechnik gerecht. Das Standardprogramm umfasst je nach Anwendung einen Drehmomentbereich von 0,5 bis 1500 Nanometer (ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters). Moderne CNC-Fertigung - die Steuerung der Werkzeugmaschine erfolgt mit Hilfe eines Computers, der direkt in die Steuerung der Maschine integriert ist - und intelligent organisierte Montagelinien ermöglichen eine Jahresproduktion von etwa 300 000 Geräten. "Wir sind darauf spezialisiert, auf hohem technischen Niveau kundenorientierte Lösungen zu erstellen und umzusetzen", erklärt Pape. Ein hoher Eigenfertigungsanteil erlaube ein Maximum an Flexibilität und kurze Durchlaufzeiten. "Precima"-Produkte finden Verwendung in der Fördertechnik (Kran- und Hubwerksbau), im Aufzugsbau, bei Windkraftanlagen und Flurförderfahrzeugen, der Bühnen- und Medizintechnik sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Gefragt sind die Produkte beinahe weltweit. In der Bundesrepublik regeln Vertretungen in Bielefeld, Karlsruhe, München und Nürnberg Service und Verkauf, im Ausland hat die Firma feste Ansprechpartner in Belgien, Schweden, Finnland, Frankreich, England, der Schweiz, Indien und Südafrika. Pape denkt darüber nach, die Betriebe in Helpsen und Müsingen eines Tages an einem Standort zusammenzuführen. Was die Besucher angesichts des Booms durch Bremsen hellhörig werden ließ. "Eine Komplettansiedlung in Bückeburg wäre doch eine feine Sache", meinten Hockemeier und Leonhard. Zumindest ist nach der Besichtigung sicher gestellt, dass dann nicht mehr über einen "weißen Fleck" geredet wird.

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