weather-image
Jörg Düsterwald arbeitet an seinem bisher größten Fassadenmalerei-Projekt / Motiv auf 150 Quadratmeter großer Fläche

Bodypainter verwandelt Betonwand in bunte Landschaft

Coppenbrügge (ist). Ob weiblicher Körper oder Betonmauer – aus rein künstlerischer Sicht, so Jörg Düsterwald, sei ihm das eine als „Leinwand“ ebenso lieb wie das andere. Beides, sagt der vielseitige Künstler aus Hameln, der sich in erster Linie europaweit als Bodypainter einen Namen gemacht hat, sei eine willkommene Herausforderung für seine vielseitige Leidenschaft, „die Welt bunt zu machen“. Mit kosmetisch geprüften Körperfarben das eine, hochwertigen Fassadenfarben das andere.

270_008_4301850_lkcs105_07.jpg

Coppenbrügge (ist). Ob weiblicher Körper oder Betonmauer – aus rein künstlerischer Sicht, so Jörg Düsterwald, sei ihm das eine als „Leinwand“ ebenso lieb wie das andere. Beides, sagt der vielseitige Künstler aus Hameln, der sich in erster Linie europaweit als Bodypainter einen Namen gemacht hat, sei eine willkommene Herausforderung für seine vielseitige Leidenschaft, „die Welt bunt zu machen“. Mit kosmetisch geprüften Körperfarben das eine, hochwertigen Fassadenfarben das andere. 150 Quadratmeter Betonwand bei einer Länge von etwa fünfzig, einer Höhe von etwa drei Metern entsprächen weniger den Ideal-, auch nicht den Durchschnittsmaßen der deutschen Frau im 21. Jahrhundert, verlangten aber auch aufgrund der vorgegebenen Oberflächenstruktur andere Gestaltungselemente: Betonfertiger oder Radlader auf Haut und Fettgewebe machten sich schlichtweg nicht so gut.

Seit vier Wochen arbeitet Düsterwald an seinem bisher größten Fassadenmalerei-Projekt, ein Auftrag von Dietmar Kretschmer, Geschäftsführer der Firma HBT in Coppenbrügge. An der zum Penny-Parkplatz gerichteten Rückfront des Verwaltungsgebäudes hat er in dieser Zeit optisch eine grüne Brücke zwischen Osterwald und Ith geschlagen. Pinsel und Farbe haben die Landschaftselemente zwischen den Höhenzügen aufgegriffen, der grauen Betonwand übergestülpt und die Natur in verblüffend täuschender Abbildung zurückgebracht. „Eis essen in der Sitzecke vor dem Penny“, meinen Kevin (15), Cetin (15), Mario (12) und Krystian (14), die fast jeden Tag hier sind, sei jetzt „echt geil“. Ein starker Hingucker, die Betonwand hätten sie irgendwann schon gar nicht mehr wahrgenommen. Hellauf begeistert ist auch Adelheid Armatowski aus Lauenstein, die täglich auf dem Weg von der Arbeit in Hameln hier ihre Einkäufe erledigt. Sie hat die Entwicklung des Werkes von Anfang an verfolgt und heute den Künstler einfach mal angesprochen. Ihre drei Garagentore zu Hause seien nicht wirklich spannend, meint sie. Düsterwald wird sich ihrer künstlerisch annehmen. Es seien nicht die ersten Garagentore, die ihm an diesem Nachmittag von Kunden ans Herz gelegt wurden. Auch ein Getreidesilo soll ebenfalls künstlerisch aufgepeppt werden, „andere wollen nicht nur irgendeinen Sternenhimmel im Schlafzimmer“, erzählt er und nimmt letzte Korrekturen vor an den mächtigen HBT-Maschinen wie Betonmischer und Mobilbagger, die natürlich auch in die Landschaft gehören und die der Künstlerhand die größten Schwierigkeiten gemacht haben. Zum Schluss noch ein paar Strichkorrekturen an der tief in den Raum führenden, gewundenen Allee. „Das Fahrverbotsschild davor sollte eigentlich nur ein Gag sein“, sagt er, lässt es aber lieber stehen. Ähnlich gelungene Perspektiven hätten so manchen andernorts schon gefährlich vor die Wand fahren lassen.

Seit vier Wochen arbeitet Jörg Düsterwald an dem Projekt, setzt dabei auch das Firmenlogo des Auftraggebers um.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare