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Lehrgang in Theorie und Praxis absolviert / 30 Feuerwehrleute dürfen jetzt zur Kettensäge greifen

Bloß nicht einfach irgendwo die Säge ansetzen

Unter den kritischen Augen von Ausbilder Udo Wolska zersägt Bernd Stummeier von der Ortsfeuerwehr Rannenberg die Baumstämme. Foto: la Altenhagen (la). Fast den ganzen Tag lang dröhnten am Sonnabend die lauten Motorgeräusche von Kettensägen vom Waldrand bei Altenhagen her durch das östliche Auetal. Auch wenn in vielen Gärten den Kyrill-Sturmschäden mit Hilfe von Sägen und Äxten zu Leibe gerückt wurde, sich in den Wäldern Ofen- und Kaminbesitzer ihr Holz für die nächsten Winter sicherten, am Waldrand von Altenhagen wurde nur geübt.

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Rund 30 Feuerwehrleute aus demöstlichen Auetal absolvierten den vorgeschriebenen Kettensägenlehrgang, um für den nächsten Ernstfall gerüstet zu sein. Nachdem die Feuerwehrleute am Freitagabend fünf Stunden lang im Dorfgemeinschaftshaus in Schoholtensen unter der Regie von Detlef Sundermeier von der Firma "Timber Sawing" aus Löhne Theorie gebüffelt hatten, sollte tags darauf das Gelernte in die Praxis umgesetzt werden. "Es gibt unheimlich viel zu beachten, was wir vorher nicht wussten",waren sich die Feuerwehrleute einig. "Leider haben wir die neuen Kettensägen und die dazugehörigen Ausrüstungen noch nicht", bedauerte Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Nothold. Die Gemeinde Auetal will alle Ortsfeuerwehren damit ausstatten, aber durch die vorgeschriebenen Ausschreibungen des Auftrages standen die neuen Ausrüstungen bis zum Lehrgangstermin noch nicht zur Verfügung. Daher mussten die Feuerwehrleute nicht nur die Kettensägen weiterreichen, sondern auch die Hosen wechseln. Je Gruppe stand nämlich nur eine Schnittschutzhose zur Verfügung. "Diese Hosen bieten ein gehörige Portion Sicherheit", sagte Ausbilder Udo Wolska. Eine relativ dünne Schnittschutzeinlage aus einer Vielzahl von Fasern aus Kevlar-Material soll den Motorsägenführer vor gefährlichen Schnittverletzungen schützen. "Durchtrennt die Motorkette die oberste Stoffschicht, werden ganze Faserbündel herausgerissen. Die losen Fasern blockieren das Kettenrad der Motorsäge völlig und führen somit zum Stillstand des Geräts. Dadurch wird das Risiko einer Verletzung erheblich gemindert", erläutert Wolska. Zur Ausrüstung gehören außerdem Sicherheitsschuhe, die die Feuerwehrleute ohnehin tragen, Handschuhe und ein Sicherheitshelm mit Augen- und Gehörschutz. So ausgestattet griff schließlich Bernd Stummeier von der Ortsfeuerwehr Rannenberg zur Kettensäge. "Die Säge muss beim Starten auf dem Boden liegen und sollte mit dem Fuß dort gehalten werden", sagte Wolska. Etliche Male musste Stummeier den Starter ziehen, ehe die Säge ansprang. Dann konnte es losgehen. Der Ausbilder zeigte dem Feuerwehrmann genau, wo er die Säge ansetzen musste. "Man muss zuvor die Druck- und Zugzonen bestimmen, damit die Säge nicht einklemmt oder dem Arbeiter ein Ende des Baumstammes um die Ohren fliegt", so Wolska. Aber nicht nur die Handhabung der Kettensäge erlernten die Feuerwehrleute, auch über die Pflege der Geräte und die Absperrung des Arbeitsplatzes wurden sie informiert. Nach fast 13 Stunden Lehrgang erhielten alle Feuerwehrleute ihre Bescheinigungüber die Teilnahme am Sägelehrgang Modul I und II und hatten eine Menge für ihre eigene Sicherheit und die nächsten Einsätze gelernt. Das Gelände und die Bäume stellte Dieter Wöltge-Schütte den Feuerwehrmännern zur Verfügung. Ein zweiter Lehrgang findet am 16. März in Rehren (Theorie) und am 17. März in Rolfshagen (Praxis) statt. Insgesamt werden 80 Auetaler Feuerwehrleute an den Lehrgängen teilnehmen.

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