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Mittwoch 500. Sneak-Preview im Bückeburg

"Blind-Date" für echte Kinofans

Bückeburg (jp). Vorüber zehn Jahren begann es als Experiment, inzwischen ist sie eine kulturelle Institution: Jede Woche lockt die Bückeburger Sneak-Preview Hunderte von Filmfans aus einem weiten Einzugsbereich ins Residenz Kinocenter. Ein festes Stammpublikum hat sich rund um dieses allwöchentliche filmische Überraschungsei etabliert, welches sich an keinem Mittwoch die Spannung auf einen bislang noch nirgends angelaufenen und natürlich unbekannten Film entgehen lassen will. Am morgigen Mittwoch öffnet sich dafür der Vorhang z um 500. Mal.

"Das ist schon eine echte Hausnummer, eine Veranstaltung wie die Sneak-Preview so lange und mit solchem Erfolg durchzuführen", konstatiert Fritz Rubba, Chef der Filmtheaterbetriebe. Und das zu Recht: Während andernorts viele traditionsreiche Sneaks aus den Kinospielplänen verschwunden sind, ist die Bückeburger mittwochnachts häufig genug ausverkauft. Als sich Mitte der 90er Jahre in Bückeburg erstmals der Vorhang für eine Sneak-Preview öffnete, schwappte die Welle aus Amerika kommend gerade nach Europa. Sneaks waren auf einmal der Trend: Jedes Multiplex und jedes Kleinstadtkino wollten auf einmal auch mindestens einmal pro Woche einen unbekannten Überraschungsfilm spielen. In der ersten Bückeburger Sneak lief damals übrigens "Irren ist männlich", eine deutsche Komödie mit Herbert Knaup, Corinna Harfouch und Richy Müller. Über zehn Jahre und 499 Bückeburger Sneak-Vorstellungen später hat sich das Bild bundesweit gewandelt. Vor allem in den Großstädten haben die Kinos an der Konkurrenz und an schwindenden Besucherzahlen schwer zu schlucken. Statt auf Experiment, Programmkino oder Filmkunst wird oft genug nur noch auf Mainstream gesetzt. "Keine Experimente", dieses Prinzip scheinen sich nicht wenige Kinobetreiber aus Angst vor leeren Publikumsreihen zu eigen gemacht zu haben. Nicht so in Bückeburg: Hier hält das Stammpublikum seit Jahren in unverbrüchlicher Treue zu dem cineastischen Blind-Date jede Mittwochnacht. Und wurde dafür gerade in den letzten Wochen mit nicht wenigen echten filmischen Volltreffern belohnt: "I am Legend" war dabei, ebenso die makabere Stephen-King-Adaption "Der Nebel" und der mehrfach Oscar-nominierte Thriller "Michael Clayton" mit George Clooney und Tilda Swinton. In "8 Blickwinkel" begleiteten die Zuschauer Dennis Quaid und "Lost"-Star Matthew Fox auf einer rasanten Jagd nach terroristischen Attentätern. Und zuletzt schwangen sich Matthias Schweighöfer, Joseph Fiennes und Til Schweiger in "Der rote Baron" in die Lüfte über den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs. Auch diesen Mittwoch heißt es pünktlich um 22.45 Uhr: Denn sie wissen nicht, was sie sehen ... In dieser Woche zum 500. Mal -übrigens mit einer großen Freikartenverlosung.

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