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Entscheidungüber Erweiterung vertagt

Biogasanlage: Umweltausschussäußert Bedenken

Hattendorf (crs). Der Kreisumweltausschuss hat sein Votum zu der für die Erweiterung der Biogasanlage in Hattendorf erforderlichen Teilaufhebung des Landschaftsschutzgebietes "Wesergebir- ge" in seiner Sitzung am Donnerstag vertagt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise haben die Fraktionen noch Klärungsbedarf; auch die nicht optimale Nutzung der Abwärme bereitet den Ausschussmitgliedern Kopfzerbrechen.

Die Landwirte Karl-Ludwig Oldendorf und Friedrich Biesterfeld wollen die Leistung ihrer im Dezember in Betrieb genommenen 500-Kilowatt-Biogasanlage auf 1,2 Megawatt aufstocken (wir berichteten). Dieses Vorhaben kann aber nur dann realisiert werden, wenn die erforderlichen Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden. Auf Antrag der Gemeinde Auetal schlägt die Kreisverwaltung daher vor, 4,57 Hektar Fläche aus dem Schutzgebiet zu löschen. Dieser Empfehlung mochten die Ausschussmitglieder am Donnerstag nicht folgen. Herwig Henke sah seine bereits im Juni vergangenen Jahres bei der Einleitung des Teillöschungsverfahrens geäußerten Bedenken nicht ausgeräumt. "Die Probleme sind noch immer die gleichen, neue Erkenntnisse gibt es nicht", zweifelte der SPD-Politiker an, ob eine Anlage in dieser Größenordnung wirklich notwendig sei. Durch die Diskussion um steigende Nahrungsmittelpreise und die nicht hinreichend geklärte energetische Nutzung sah Henke das Hattendorfer Projekt "stark in Frage gestellt". Dieser Argumentation schloss sich Hartwig Dankwerth für die Grünen an. "Die Wärmenutzung bleibt im Vagen und sehr unbestimmt", kritisierte er - dabei seien Biogasanlagen nur dann wirtschaftlich, wenn sie mit einem vernünftigen Wärmekonzept arbeiteten. Dieser Punkt stieß auch Günther Maack (CDU) negativ auf: "Wir sollten Biogasanlagen nur dann fördern, wenn die Abwärme genutzt werden kann", stellte er die Frage nach einem Abnehmer in den Raum. Zugleich verwies er allerdings darauf, dass es wohl keine Energie gebe, deren Produktion nicht irgendwelche Nachteilemit sich bringe: "Wenn wir Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wollen, müssen wir entsprechende Prioritäten setzen." Eckhard Hülm (SPD) befürchtete, dass durch die bereits in Betrieb genommene Anlage schon Fakten geschaffen worden sein könnten: "Das stimmt mich nicht gerade glücklich." Henkes Antrag, das Thema zur Beratung an die Fraktionen zurückzugeben, stimmte der Umweltausschuss einstimmig zu.

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