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BHW kämpft um Geld und Tarif - heute Betriebsversammlung

BHW

Hameln (TT). Die von der Deutschen Bank bei ihrer Tochter Postbank und damit auch bei der Hamelner Bausparkasse BHW geplanten Personalkosteneinsparungen enden möglicherweise in einem Streik. Heute wird der Chef der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, auf einer BHW-Betriebsversammlung in der Hamelner Rattenfänger-Halle zu den Mitarbeitern der drittgrößten deutschen Bausparkasse sprechen. Bsirske kündigte bereits an: „Wir bereiten den Arbeitskampf vor.“ Die Betriebsversammlung beginnt um 10 Uhr und wird bis etwa 13 Uhr dauern. Anschließend planen Gewerkschaften und Mitarbeiter einen Demonstrationszug in die Innenstadt von Hameln. Erwartet werden dazu über 2000 Menschen.

Das Thema für die BHW-Mitarbeiter: Die Deutsche Bank will für weniger Geld mehr arbeiten lassen. So plant der Frankfurter Konzern, bei BHW in Hameln die Arbeitszeit von 39 auf 42 Wochenstunden zu erhöhen, den Urlaub um 3 auf 27 Tage zu kürzen und die Gehälter um bis zu sieben Prozent abzuschmelzen. BHW-Betriebsratschef Timo Heider rechnet hoch: „Für neue Mitarbeiter würde das im Vergleich zu den Altverträgen über alles ein Minus von 30 Prozent bedeuten.“ Und auch wenn die jetzigen BHW-Mitarbeiter in den laufenden Verhandlungen hier und dort noch Bestandsschutz herausholen: In der Gehaltsfrage bedeuten die Pläne der Deutschen Bank nach Darstellung Heiders „einen direkten Griff ins Portemonnaie“ aller Mitarbeiter.

Als ersten Schritt will die Deutsche Bank das Kreditgeschäft und die Call-Center ihrer Tochter in neue Gesellschaften überführen. Und auch wenn die Nachricht, dass BHW in Hameln die größte und wichtigste Kreditfabrik des Deutsche-Bank-Konzerns werden soll, für den Wirtschaftsstandort sehr deutlich ihre positive Seite hat – diese Kreditfabrik soll nach den Ideen der Deutschen Bank eben zu anderen Konditionen arbeiten. Betroffen wären 1500 der insgesamt 22 000 Postbank-Beschäftigten in Deutschland. Das Prekäre für BHW ist: Eine Aufwertung der Hamelner Kreditfabrik und einen zugleich angebotenen Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2014 gibt es wohl nur in Kombination mit kostensparenden Veränderungen im Tarifbereich. Heider: „So etwas sagt man natürlich nicht laut.“ Bis Ende des Jahres sind bereits vier weitere Verhandlungsrunden zwischen Bank und Gewerkschaftsseite vereinbart, eine schnelle Einigung erwartet derzeit niemand mehr. Die Deutsche Bank hält sich bis zum Ende der Gesprächsrunden ohnehin vornehm zurück, sagt nichts außer: „Wir sagen nichts zu laufenden Verhandlungen.“

Der Hamelner BHW-Fall hat für ver.di eine bundesweite Bedeutung. So sind heute parallel zu der BHW-Betriebsversammlung quer durch die Republik an Postbank-Standorten „kämpferische Mittagspausen“ geplant, in Hamburg sollen dann zum Beispiel 1000 Mitarbeiter „in eine Art Warnstreik gehen“.

 

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