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Flüchtlingsunterkunft Prince Rupert School zeitweise halb leer / Jetzt kommen nachts Busse aus Passau

Betten bleiben nicht lange kalt

Rinteln. Flüchtlinge mit Koffern aus der Prince Rupert School zum Bahnhof, die Notunterkunft leerte sich vergangene Woche erheblich (wir berichteten). Zeitweise war mehr als jedes zweite der rund 600 Betten nicht belegt. „Aber sie bleiben nicht lange kalt“, sagte der Kreisgeschäftsführer des DRK, Bernd Koller, gestern auf SZ-Anfrage. „In der Nacht zu Dienstag kamen um 3 Uhr erst wieder zwei volle Busse aus Passau, nun haben wir wieder 380 Personen in Haus, und alle nicht registriert. Und für Dienstag soll Niedersachsen wieder 700 Flüchtlinge aus Passau aufnehmen, einige kommen davon sicher auch nach Rinteln.“

Autor:

Dietrich lange

Von den wieder weiterreisenden Flüchtlingen kehren vereinzelt auch welche nach einigen Tagen wieder zurück nach Rinteln und fordern wieder ein Bett. Sie dürfen sich ja frei bewegen, solange sie nicht registriert sind. „Bisher mussten wir auch niemanden wegen Überfüllung abweisen“, sagt Koller. „Und wenn das der Fall wäre, würden wir dem Flüchtling eine neue Unterkunft des Landes Niedersachsen zuweisen und ihm eine Fahrkarte dorthin in die Hand drücken.“

Die Belegung sei ein ständiges Auf und Ab, erklärt Koller. Jeden Morgen und jeden Abend müssen von der Prince Rupert School aus die Belegungszahl beziehungsweise die Anzahl freier Betten an das Kompetenzzentrum im Innenministerium in Hannover und an den DRK-Landesverband Niedersachsen gemeldet werden. So könne dort immer schnell disponiert werden, wohin gerade eintreffende Flüchtlinge weitergeleitet werden.

Wegen der nicht einzuschätzenden Tagesbelegung kann auch das eingesetzte Personal nicht einfach herunter- oder heraufgefahren werden. „Wir sind hier derzeit permanent mit insgesamt 23 Leuten im Dreischichtsystem, auch am Wochenende“, erklärt Koller. „Das sind Festangestellte, aber nicht alle in Vollzeit. Wenn plötzlich wieder ein großer Schwung Flüchtlinge käme, würden wir auch wieder mehr ehrenamtliche Kräfte hinzuziehen.“

Bernd Koller geht davon aus, dass am kommenden Wochenende die Notunterkunft schon wieder voll belegt ist. Mehr als 600 würden vom Land Niedersachsen am Wilhelm-Busch-Weg aber nach bisherigem Stand nicht aufgenommen. „Das ist so ja auch mit der Stadt Rinteln besprochen“, so Koller.

Es könnten aber binnen einer Woche auch noch 150 zusätzliche Plätze angeboten werden, nämlich im bislang noch leeren ehemaligen Internat hinter der früheren britischen Schule. Die Zimmer müssten dafür allerdings noch vorbereitet werden, mehr nicht. „Die Probleme mit Wasser und Heizung haben wir dort nicht mehr, so wie anfangs im Schulgebäude“, teilt Koller abschließend mit.

Der Landkreis Schaumburg hat allerdings am Wochenende ein Amtshilfeersuchen der Landesaufnahmebehörde bekommen, wonach vom 30. Oktober bis 27. November eine zusätzliche Notunterbringung von 100 Flüchtlingen gefordert wird. Diese sollen laut Kreissprecher Klaus Heimann in Bückeburg in leere Bundeswehrwohnungen (siehe Seite Bückeburg).

Aber wenn es noch mehr werden, dann steht der Landkreis wieder ohne Reserven da. „Wenn das so weiter geht, werden wir im Winter große Probleme bekommen“, sagt Heimann. Dann könnte auch das Internat der Prince Rupert School wieder in den Fokus rücken.

Insgesamt lobt Heimann aber die Kommunen im Landkreis Schaumburg, die zuletzt wie gefordert dem Landkreis weitere Unterkünfte für bereits registrierte und dem Landkreis zugewiesene Flüchtlinge bieten. Als größeres Objekt steht weiter die Herderschule in Bückeburg in Aussicht (wir berichteten).

Rinteln bleibt bei dieser Planung zunächst außen vor, da die Bewohner der Prince Rupert School auf Rintelns Quote angerechnet werden. „110 registrierte Personen pro Woche wurden uns angekündigt, bisher sind es wohl wegen der Registrierungsprobleme aber nur etwa 80“, so Heimann. „Für diese und nächste Woche haben wir noch Unterkünfte, hangeln uns dann aber wieder von Woche zu Woche durch.“

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