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Besuch in der Hightech-Schmiede in Eimbeckhausen

EIMBECKHAUSEN. Politiker reichen sich bei Hytera Mobilfunk nicht gerade die Klinke in die Hand, doch die Entwicklung des Eimbeckhäuser Herstellers für Mobilfunksysteme lässt gelegentlich hochkarätige Vertreter interessiert auf das schauen, was in den Laboren und Büros entwickelt und weltweit vertrieben wird.

Jan von Häfen (v.l.) stellt Gabriele Lösekrug-Möller gemeinsam mit Vertretern des Hytera-Managements die Arbeit in der Entwicklungsabteilung vor. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies ließ sich bereits durchs Haus führen, jetzt auch Gabriele Lösekrug-Möller, die heimische Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesarbeits- und Sozialministerium. In ihrem Heimatwahlkreis gehört Hytera inzwischen zu den Vorzeigeunternehmen, in nur fünf Jahren hat sich der Personalstamm von 110 auf rund 220 Mitarbeiter verdoppelt. Und damit soll für das Unternehmen, das gerade für sechs Millionen Euro seinen Firmensitz erweiterte, noch längst nicht Schluss sein: „Wir suchen. Entwicklungsingenieure, Softwareexperten, Projektmanager“, sagt Marketingchef Markus Oltmanns.

Das Problem, das Hytera allerdings seit längerer Zeit beschäftigt: Die Produkte und Lösungen der Eimbeckhäuser gehen vorwiegend ins Ausland, bei rund 85 Prozent liegt die Exportquote.

Dabei wäre das Unternehmen auch gerne stärker auf dem deutschen Markt vertreten, doch der steht nur zum Teil offen – der Grund dafür ist in Geheimschutzabkommen zu suchen, die einem Transfer sicherheitsrelevanter Technologie nach China einen Riegel vorschieben sollen. Mutterkonzern der heimischen Mobilfunkexperten ist seit fünf Jahren der chinesische Hytera-Konzern, weltweit führender Hersteller und Lieferant von professionellen Funkgeräten und Funksystemen. Für die Eimbeckhäuser, die gerade das Kommunikationssystem für alle Rettungsdienste in den Niederlanden neu aufbauen und unter anderem auch für die EU Systeme entwickeln, ist die Beschränkung in Deutschland ein ernstes Problem, über das Bernhard Klinger, im Management zuständig für die Geschäftsentwicklung, auch mit Lösekrug-Möller sprechen wollte.

Doch zuvor gab‘s für die Staatssekretärin einen Rundgang, und dabei auch ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen. Eine davon: „Wir haben im Bundestag ganz lange geglaubt, wir wären sicher. Das hat sich dann allerdings als relativ herausgestellt. Wie sicher ist denn das, was Sie machen?“ IT-Sicherheit sei ein riesiges Thema für Hytera Mobilfunk, machte Klinger deutlich. „Früher hat man ein Produkt entwickelt, rausgebracht in die Netze – und dann lief das da zehn, fünfzehn Jahre ohne Probleme. Heute bringen wir etwas heraus und es gibt gleich ein Wartungskonzept, um die Sicherheit immer wieder nachzuziehen, an die Bedrohungslage anzupassen.“ „Wir sind in diesem Bereich alle damit beschäftigt, die Kompromittierbarkeit., die Angriffe von außen, in den Griff zu kriegen. Es gibt einfach keine absolute Sicherheit“, erklärte auch Hauke Holm, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung. Eigene Kommunikationsnetze seien eine Lösung.

„Stark beeindruckt“ zeigte sich Lösekrug-Möller von dem, was ihr gezeigt wurde. Hytera Mobilfunk sei ein wichtiges und absolut willkommenes Unternehmen, es gehe um Produkte, die sehr zukunftsfähig seien. „Ich verlasse dieses Unternehmen mit der Zusage, mich stark zu machen – dafür, dass die Produkte auch in der Bundesrepublik Deutschland auf Interesse stoßen.“

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