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Bestechlichkeit, Untreue, Betrug: Staatsanwaltschaft klagt ehemaligen Stadt-Angestellten an

Rathaus

Hameln (ube). Die für Korruptionsstrafsachen zuständigen Ermittler der Staatsanwaltschaft haben einen inzwischen gefeuerten Mitarbeiter der Stadt Hameln wegen Verdachts der Bestechlichkeit, der Untreue und des Betrugs angeklagt. Der Angeschuldigte steht im Verdacht, einen Schaden von rund 45 000 Euro verursacht und sich Vermögensvorteile in Höhe von rund 50 000 Euro verschafft zu haben.

Offenbar haben bei der Stadt Hameln alle Kontrollmechanismen versagt. Die Verwaltung soll nicht bemerkt haben, dass sie längere Zeit hinters Licht geführt wurde. Auf diesen Korruptionsfall, der nach Meinung von Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel „schon eine gewisse Bedeutung hat“, war laut Staatsanwältin Maren Stolper die Steuerfahndung bei der Überprüfung eines Privatunternehmens gestoßen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Angestellten mehrere Straftaten vor. Er soll bei einer Firma Mauerentfeuchtungsgeräte bestellt und als Gegenleistung Geld kassiert haben. Allerdings sollen die Entfeuchter nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft auch an Orten, zum Beispiel in Schulen, aufgestellt worden sein, an denen das gar nicht notwendig gewesen wäre.

Noch dreister soll der Angestellte bei der Bestellung von Fenstern vorgegangen sein. Die Korruptionsfahnder glauben Beweise dafür zu haben, dass sich der Mann daheim neue Fenster einbauen ließ. Auch bei seinem Bekannten sollen die Monteure tätig geworden sein. Die Rechnung über 33 000 Euro wurde von der Stadt Hameln bezahlt.

Der Beschuldigte soll zudem einer Firma Malerarbeiten zugeschanzt haben. „Die Stadt Hameln bezahlte die Rechnungen, obwohl nur geringfügige oder gar keine Arbeiten – unter anderem in Jugendtreffs – durchgeführt worden waren“, sagt Oberstaatsanwalt Lendeckel.

Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann betont, die Stadt habe die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen unterstützt und selbst in die Tiefe recherchiert. Dabei sei der Fenster-Fall aufgedeckt worden. Lippmann stellt klar: „Wir verhalten uns nicht nachsichtig, bringen jeden Fall zur Anzeige, greifen hart durch und haben ein großes Interesse daran, dass solche Taten aufgeklärt werden. Solche Mitarbeiter werden aus dem Dienst entfernt. Das ist ein Signal an alle, dass solche Straftaten ganz unnachgiebig geahndet werden.“

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