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Berufswirklichkeit des Pastors ist vielschichtig

Zu: „Vom Würdenträger zum Eventmanager“, vom 22. November

Heute ist vieles im Wandel. Birgit Sterner versucht am Beispiel von Daniel Küchenmeister, Pastor in Afferde, den Prozess des notwendigen Wandels in evangelischen Kirchengemeinden zum Teil bildhaft darzustellen. Der Pastor, im Schaukelstuhl behaglich im Pfarrhaus sitzend – nach meinem Gespräch mit einem Aerzener Pastor in Ruhe schon damals nicht stimmig – kann für die Verknappung und Druck in Zeit und Gegenwart gerade noch stehen bleiben, wie auch das Verschwinden des guten Sonntagsanzuges mit dem demografischen Wandel und den leeren Kirchenbänken sympathisch gezeichnet wird. Ob der ev. Würdenträger je dem kath. Hochwürden gleichgestellt und der Eventmanager als Leihgabe aus der Tourismusbranche unbedingt den modernen ev. Pastor geben sollte, darf angezweifelt werden. Ebenso scheint mir die Berufswirklichkeit des evangelischen Pastors schon immer vielschichtig gewesen zu sein. Neu ist allerdings bei heutigen Pastoren der ausgeprägte Freizeitanspruch. Auch das Denken in Überstunden, festgesetzten Dienst-, Büro- und Sprechzeiten zur Abwicklung der pastoralen Kernaufgaben irritiert die Gemeinden. Unklar für den Leser auch die Frage, ob Theologiestudium und Vikariat von Pastor Küchenmeister den heutigen Anforderungen gerecht werden. Hier kommen leider nur Dritte zu Wort. Dabei muss jede Reform, jeder Wandel hier beginnen. Letztendlich muss um der Zukunft willen geklärt werden, ob Kirche als Institution zurückgefahren wird und was an dieser Stelle neu errichtet werden soll?

Günter Bialkowski, Aerzen

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