weather-image
Antrag liegt in Hannover / Thema kommt in den Kreisausschuss

Bergrennen in Westendorf: Nabu befürchtet Natur-Schäden

Westendorf (wm). Wie Heike Haltermann, Pressesprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, gestern bestätigte, liegt in Hannover inzwischen ein Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung eines Bergrennens auf der Unabhängigkeitstraße in Westendorf vor. Bis Ende März seien alle betroffenen Behörden aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Eine Tendenz gebe es nicht, das Verfahren sei "ergebnisoffen".

Beim Landkreis Schaumburg hat ein Parallelverfahren begonnen. Der Landkreis ist gleich zweifach zuständig. Als Straßenbaulastträger, weil es sich um eine Kreisstraße handelt, und als untere Naturschutzbehörde, weil die Strecke durch ein Landschaftsschutzgebiet führt. Wie Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier gestern in einem Telefongespräch schilderte, könnte die Verwaltung selbst entscheiden, werde das Thema jedoch in den Kreisausschuss bringen - der sei auch bei der letzten Entscheidung im Jahr 1991 beteiligt gewesen. An eine Beteiligung des Umweltausschusses sei derzeit nicht gedacht. Für den Naturschutzbund (Nabu) hat Vorsitzender Nick Büscher die offizielle Stellungnahme an den Landkreis abgeschickt. Darin spricht sich der Nabu gegen das Bergrennen aus, weil bei prognostizierten 10 000 Zuschauern Schäden an der Natur gar nicht zu vermeiden seien. Büscher kritisiert auch, dass die Motorsportfans bei der Präsentation ihrer Umfrage einen wichtigen Fakt offenbar herunterspielen wollten: "Die einzige von dem Bergrennen unmittelbar betroffene Straße Stolzenegge zeigt, dass die Zustimmung rapide nachlässt, sobald die Anwohner von dem Bergrennen unmittelbar betroffen sind. Laut Datenerhebung des Veranstalters liegt die Ablehnung dort bei 40,74 Prozent." SPD-Ratsfrau Gerlinde-Göldner Dorka macht auf einen weiteren bisher kaum diskutierten Aspekt aufmerksam - die Sicherheit. In den letzten 15 Jahren seien an Rennstrecken Millionen in die Sicherheit investiert worden, wie man bei Formel-1-Rennen sehen könne. In Westendorf handle es sich um eine schlichte Kreisstraße mitBäumen und Gräben. Ein Risiko, nicht nur für Amateurrennfahrer, sondern vor allem auch für Nachahmer: "Nicht auszudenken, wenn da wirklich ein schwerer Unfall passiert." Zudem passe ein Rennen nicht zum "sanften Tourismus", den die Stadt Rinteln favorisiere.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare