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Bürgermeister richtet Koordinationsstelle für Geflüchtete ein / Ehemaliges Bürgerhaus mögliche Unterkunft

Bereit für weitere Flüchtlinge

Rinteln. Die Weserstadt will nicht nur, sie muss vorbereitet sein, wenn für die nächsten vier Monate wie erwartet 1200 weitere Flüchtlinge in Schaumburg eintreffen. Darauf hat Landrat Jörg Farr am Dienstag die Schaumburger Bürgermeister eingeschworen. Rintelns Verwaltungschef Thomas Priemer wähnt sich gut vorbereitet.

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Bereits unmittelbar im Anschluss an die Aufnahme von rund 240 Flüchtlingen in der Jägerkaserne in Bückeburg am Montag vor einer Woche hat Bürgermeister Priemer einen Stab eingerichtet, wie er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Vertreter aus Stadtverwaltung, Technischem Hilfswerk, Feuerwehr, Abwasserbetrieb, Stadtwerken, Kindertagesstätten und Schulen kamen zusammen, um für den Fall einer plötzlichen Aufnahme weiterer Flüchtlinge gewappnet zu sein und eine menschenwürdige Unterbringung gewährleisten zu können.

Nachdem Landrat Farr vor zwei Tagen die Schaumburger Kommunen darüber informierte, dass der Landkreis noch bis Ende Januar 1200 weitere Flüchtlinge aufnehmen muss, habe Priemer noch am selben Tag eine städtische Koordinierungsstelle eingerichtet, an die sich Flüchtlinge mit Grundsatzfragen richten können, wie etwa nach Wohnraum, Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen und Bekleidung. Für diese Koordinierungsstelle sei eine ehrenamtliche ehemalige Mitarbeiterin der Verwaltung gewonnen worden. Die Pensionärin werde die Stadt vorläufig bis zum Ende des Jahres bei der Koordination unterstützen.

Darüber hinaus wurden ein Mitarbeiter des Ordnungsamts sowie der städtische Sozialarbeiter mit der Aufgabe betraut, für Flüchtlinge in Betracht kommende Wohnungen in Rinteln in Augenschein zu nehmen und – wie gewünscht – dem Landkreis zu melden, um weiterhin auch an der dezentralen Unterbringung von Asylsuchenden festzuhalten.

Ferner wird am kommenden Mittwochmorgen ein Bürgertelefon freigeschaltet, an das sich Vermieter und Bürger mit Fragen oder Angeboten für Flüchtlinge wenden können, Rufnummer (0 57 51) 40 33 03.

Allerdings merkt Priemer an, dass die Stadtverwaltung nicht als Annahmestelle für den Flüchtlingen zugedachtes Spielzeug, Kleidung und so weiter fungiert. „Dafür sind in Rinteln die Arbeiterwohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz zuständig“, sagt der Bürgermeister.

Gemeinsam mit Jürgen Peterson, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS), hat Priemer zudem ein Kataster der leer stehenden Wohnungen erstellt, die sich in Besitz von Stadt und GVS befinden. 18 Wohnungen kommen demnach als Übergangslösungen in Frage. Zehn sind in Besitz der GVS, acht gehören der Stadt. Außerdem komme seitens der Stadt eventuell das ebenfalls leer stehende ehemalige Dorfgemeinschaftshaus in Uchtdorf als Flüchtlingsunterkunft in Betracht. „Allerdings müsste dort erst noch investiert werden“, sagt Priemer und merkt mit Blick auf den bevorstehenden Winter an: „Eine Zeltstadt werde ich jedenfalls nicht zulassen.“ Mit den Räumlichkeiten von GVS und Stadt würde rund 100 Menschen Obdach geboten werden können.

Mit diesen vorläufigen Maßnahmen sieht sich Priemer gut vorbereitet. „Außerdem ist das Thema ja für uns nicht neu“, sagt er. „Wir kennen die Mechanismen und Akteure und haben schon seit Langem im Bahnhofsweg eine Asylunterkunft und mit der kreiseigenen Schule im Kerschensteinerweg auch eine Flüchtlingsunterkunft.“ In letzterer könne auch eine größere Anzahl unerwartet eintreffender Flüchtlinge untergebracht werden.pkSEITE 17

Flüchtlinge stricken gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern im Kerschensteinerweg. Zusammenlaufen sollen die Fäden der Flüchtlingshilfe jetzt in einer Koordinationsstelle bei der Stadt Rinteln.tol

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