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300 feiern im Schützenhaus die 25. Veranstaltung "Matjes mit Musik" / 6300 Euro für Lebenshilfe

Benefiz-Jubiläum mit Pauken und Trompeten

Stadthagen (sk). Mit Hering und Bier, mit dem "Orchestersound Petershagen" als zündende Vorband, mit den "Bückeburger Jägern" unter der Leitung von Heiko Deterding und David McAllister als Ehrengast haben im Schützenhaus 300 Männer und wenige Frauen zum 25. Mal das Fest "Matjes mit Musik" gefeiert.

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Dank "den fröhlichen Scharen von Matjesessern" und deren Spendenbereitschaft sind in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 200 000 Euro für soziale Zwecke zusammengekommen, teilte "Heringspfleger" Horst Hesse der Festgesellschaft mit. Viel ehrenamtliches Engagement und Geberfreude stehe hinter der Veranstaltung, erklärte Hesse. Der Mitorganisator dankte vor allem Schützenhauswirt Horst Struckmeier, der mit dem Fest die meiste Mühe habe, sowie den "Bückeburger Jägern". Das versierte Orchester liefert für "Matjes und Musik" seit 25 Jahren kostenlos die musikalische Stimmungsgrundlage. Bevor die beliebten Musiker einmarschierten, blieb den Rednern Zeit, ihreWorte und Gedanken an den Mann zu bringen. Dank dem Polizeibeamten Axel Bergmann, "meinem zweitliebsten Kriminellen,äh Kriminalen" trete er ans Rednerpult, erläuterte Heringskönig Karl Wilke. Der Niedernwöhrener Bäckermeister hatte - eingeladen von Bergmann - 2008 erstmals am Gästeschießen der Polizei teilgenommen und in einem Sonderwettbewerb gleich die Heringskönigswürde erworben. Wilke machte sich unter anderem Gedanken um den Fortbestand des Landkreises. Da dieser die Schulden des "Erlebniswelt Renaissance"-Projektes abbezahlen müsse, werde es die Gebietskörperschaft noch lange geben. Für die Einladung in die "Freie Republik Schaumburg-Lippe" dankte David McAllister. Der Chef der CDU Niedersachsen stellte lässig her, was Horst Hesse selbst mit lauter Stimme und energischen Appellen nur mit Mühe gelang: Ruhe im Saal. "It's a great honor for me...", entfaltete McAllister charmant und routiniert einen Strauß amüsanter Ansichten und Bonmots, unterhielt unter anderem mit der Aufzählung behördlicher "Schwachsinnsvorschriften" ("Der Tod stellt die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar"), verzichtete auf Schottenwitze ("Die sind gar nicht komisch"), zog Parallelen zwischen Fischen und Landtagskollegen in Parlamentssitzungen ("beide können mit offenen Augen schlafen") und erwarb zum Schluss alle Sympathien mit einem aktuellen Standpunkt: "Zwischen Ihnen und dem Matjes bin nur noch ich." Bevor der Fisch auf den Tisch kam, bedankte sich Evelin Lehn, Leiterin der Wohnanlage der Lebenshilfe in Stadthagen, bei den "Matjes und Musik"-Organisatoren und allen Spendern für eine hohe Summe. 6300 Euro waren in den Wochen vor dem Matjesessen auf dem Konto für den guten Zweck eingegangen.

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