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Jean Michel Jarre elektrisiert 2500 Fans in der TUI-Arena

Begnadeter Klang-Virtuose wirbelt durch das Tasten-Labyrinth

Jean-Michel Jarre hat abgesehen von seinem Heimatland und dem asiatischen Kontinent in Deutschland seine größte Fanbase. Umso mehr verwundert es dann, dass sich gerade einmal 2500 Fans in der großen TUI-Arena verloren, um dem Großmeister der schwarz-weißen elektronischen Tasten die Ehre zu geben.

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Mit „Oxygen“ legte Jean Michel Jarre den Grundstein für eine beispiellose Karriere als Soloinstrumentalist ohne jeglichen Gesang. Im Gegensatz zu anderen Zeitgenossen wie Klaus Schulze vermochte Jarre im Laufe seiner Karriere eben auch chart- und ohrwurmtaugliche Nummern zu kreieren, an denen es auch in der TUI-Arena nicht mangelte.

„Oxygen II“, „Equinoxe IV“, „Magnetic Fields II“ und „4th Rendezvous“ erklangen selbstverständlich und bei diesen Songs wurde auch die Bestuhlung kurzfristig außer Kraft gesetzt, denn der Meister bat zum Mittanzen.

Die Fans sind auf Du und Du mit den durchnummerierten Titeln seiner Alben. Sie kennen den Unterschied von „Magnetic Fields I“ und „III“ - auch das ist so eine Spezialität des Tastenvirtuosen.

Aber es sind nicht nur die Tasten, denen der 42-Jährige alle nur erdenklichen Töne entlockt. Da stehen elektronische Becken an jeder Ecke der Bühne, klodeckelanmutende Schlagzeugpads mit verschiedenen Sounds und eine Art Rednerpult mit angeklebtem Kleiderbügel, welches nur durch angedeutetes Berühren, also durch Nähe und Ferne der Hände wie eine singende Säge einzigartige Klänge abgibt.

Auch als Herr des Laserstrahls vermag der Franzose zu musizieren. Ein Bündel grüner Laserstrahlen steigt zur Decke und durch die Unterbrechung der jeweiligen Strahlen erklingen unterschiedliche Töne. So erhalten vor allem eher unbekannte Songs ihren ganz besonderen Aha-Effekt.

So perfekt die akustische Seite des Konzerts auch war, umso ernüchternder war dann aber sicher die optische. Laserstrahlen in verschiedenen Farben und Formen waren schon vor 25 Jahren beinahe Standard jeder größeren Konzertproduktion. Das, was auf der Videoleinwand dargeboten wurde, waren Schaltpulte und in erster Linie Animationen zu den bekannten LP-Covern. Und manchmal auch der Meister selbst, wenn er mit einer Kopfkamera sein Wirken selbst in Szene gesetzt hat. Hier hat das Publikum sicher mehr erwartet, besonders, wenn man Bilder aus Asien gesehen hat.

Das Konzert war musikalisch ein Best-Of-Album der letzten 35 Jahre, in einer selbst für diese Light- und Lasershow viel zu großen Halle.

Jean Michel Jarre beim Spiel mit den Tasten.

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