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Betreiber befürchten den Verlust des Kurort-Status / Politiker sehen den Grund aber nur vorgeschoben

"Beauty Campus" hakt Standort Bad Eilsen ab

Bad Eilsen (tw). Es war ein Rückzug auf Raten: Erst verstrich der Termin für das in Aussicht gestellte Sanieren der Fassade des Georg-Wilhelm-Hauses, dann setze die "Beauty Campus Facility Management GbR" ihre Planungsaktivitäten am Standort aus und verließ das Objekt - und schließlich verschwanden auch der Briefkasten und die Schilder "Eröffnung nach Umbau" aus den Fenstern.

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Jetzt ist Gewissheit geworden, was aufmerksame Bad Eilser schon im Juni/Juli 2008 vermuteten, als das Georg-Wilhelm-Haus entgegen den Planungen nicht eingerüstet wurde: "Fakt ist, dass wir den Standort Bad Eilsen endgültig abgehakt haben. Die Entscheidung der Politik zum Einkaufsmarkt ohne Gesamtkonzept und ohne auch nur einmal auf unsere Eingabe zu reagieren, hat uns und unsere Partner endgültig zu dieser Entscheidung bewegt", erklärt "Beauty Campus"-Geschäftsführer Torsten Frank auf Nachfrage dieser Zeitung. Und ergänzt: "Wir sind der festen Überzeugung, dass Bad Eilsen den Kurort-Status verlieren wird. Dies verhindern auch nicht die Bemühungen um den Masterplan - zumindest nicht das, was an Inhalten bisher an die Öffentlichkeit gedrungen ist." Gemeinsam mit seiner Frau Stephanie ist Torsten Frank derzeit dabei "einen neuen Standort zu vereinbaren", wie er sagt. Der Beauty Campus werde also "in jedem Fall weiter machen", wenn auch aufgrund des neuen Standortes unter neuen Rahmenbedingungen. Besagter Standort werde "in der Region" liegen. Da aber noch keine abschließenden Vereinbarungen getroffen seien, will das Ehepaar mit einer konkreteren Ortsangabe vorerst noch hinter dem Berge halten. Die Standortverlegung habe keine Auswirkung auf das aktuelle Angebot an Beratung/Service sowie die Schulungen, die vorübergehend in Hotel- respektive Tagungsräumen abgehalten würden. Die Kosmetikpraxis (Behandlungen und Produktverkauf) ist derweil an der Adolf-Holst-Straße in Bückeburg geöffnet. Wie berichtet hatten die Franks Einspruch gegen dasÄndern des B-Planes "Arensburger Straße" eingelegt, der - nach dem jüngsten positivem Ratsvotum - Edeka nunmehr den Bau des Neukauf-Marktes auf dem Gelände der Schaumburg-Klinik ermöglicht. Sie fürchteten 30 Prozent mehr Verkehr auf der Bahnhofstraße und damit eine Lärm- und Abgasbelastung für die dann im Georg-Wilhelm-Haus wohnenden Kosmetikschüler, die nicht akzeptabel sei. In der Folge drohe Bad Eilsen die Aberkennung des Kurort-Status, der aber für den Beauty Campus ein wichtiger Marketing- und damit Erfolgsfaktor sei. Last, but not least - so die Franks - könnten die Erschütterungen durch die (Liefer-)Fahrzeuge dazu führen, dass das angrenzende Brunnenhaus sowie auch die Heilquelle selbst geschädigt werden. Das mit demÄndern des B-Plans beauftragte Rintelner Planungsbüro Reinold indes hatte den Einspruch des Ehepaares in einer siebenseitigen Entgegnung Punkt für Punkt zu entkräften versucht und am Ende zurückgewiesen. Derweil äußersten Bad Eilser Politiker während der vergangenen Ratssitzungen zum Teil hinter vorgehaltener Hand, zum Teil aber auch öffentlich ihre Meinung: nämlich dass sich der Beauty Campus mit dem Bad Eilser Projekt schlichtweg übernommen habe und lediglich nach Gründen suche, seinen ohnehin längst geplanten Rückzug aus dem Kurort zu rechtfertigen.

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