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Bauplan für Panzersperre aus Holz

Bückeburg (who). Dieser Bauplan, der möglicherweise beim Aufräumen eines kommunalen Archivs ins Altpapier gewandert ist, stammt aus der Zeit kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Konstruktionszeichnung im Maßstab 1:50 zeigt detailliert die Anlage einer „Panzersperre mit Straßendurchfahrt“.

Nach dieser Zeichnung sollte durch das zweiteilige Bauwerk eine mindestens fünf Meter breite Straßendurchfahrt für die erwartete

Mit Bauwerken dieser Art, errichtet von Freiwilligen oder von zwangsweise Dienstverpflichteten an der „Heimatfront“ sollte der viel beschworene „Endsieg“ trotz der weit nach Deutschland vorgerückten alliierten Armeen schließlich doch noch erzwungen werden. So jedenfalls stellte es die offizielle nationalsozialistische Propaganda mit ihren Durchhalteparolen dar.

Dass sich mit Straßensperren aus Holzpfählen und Erdreich Kampfpanzer nicht wirklich aufhalten lassen würden, dürfte den Militärs klar gewesen sein. Deshalb wird das Bauwerk eher dazu gedient haben, Kampfpanzer für kurze Zeit zumindest aufzuhalten, um sie in günstige Position zu bringen für den Beschuss mit Panzerfäusten.

Laut Zeichnung sollte durch das zweiteilige Bauwerk mit seinen 452 in den Boden versenkten Pfählen von je 25 Zentimeter Durchmesser und 3,20 Meter Länge eine mindestens fünf Meter breite Straßendurchfahrt für die erwarteten Panzer führen. Diese sollten von 42 in Widerlager eingelegten starken „Schließhölzern“ von je 30 Zentimeter Durchmesser und 6,55 Metern Länge gestoppt werden.

Um die dafür nötige Masse aufzubringen, sollten in die beiden Teilbauwerke sage und schreibe „etwa 5500 cbm (Kubikmeter) Erdanfüllung“ eingebracht werden. Dazu veranschlagt die Stückliste insgesamt rund 4460 bis 4500 Festmeter Holz, was belegt, welche enormen Dimensionen die in Handarbeit gebaute Panzersperre haben sollte.

Ob und wie viele Bauwerke nach diesen Vorgaben beziehungsweise nach dieser Zeichnung im Schaumburger Land errichtet worden sind, ist heute schwer nachvollziehbar, doch angesichts der Nachrichten über die aktuellen Kriege in der Welt hat der vergilbte alte Bauplan einen beklemmenden Bezug zur Gegenwart, und sicherlich erinnert er manchen älteren Schaumburger an persönliche Eindrücke.

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