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Baumschutzsatzung für ein attraktives Ortsbild

BAD MÜNDER. 130 000 Euro statt geplanten 9000 Euro – mit den Kosten für das Baumschutzgutachten hatte die Stadt Hameln nicht nur lokal, sondern auch in überregionalen Medien für Schlagzeilen gesorgt. Auch ein Eintrag ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler ließ nicht lange auf sich warten.

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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Dass mit rund 9000 Euro zu schmal kalkuliert wurde, zeigt auch ein Blick nach Bad Münder: Im Jahr 2008 war hier ebenfalls ein Baum- und Grünflächenkataster erstellt worden, bei dem 6000 Bäume im gesamten Stadtgebiet vermessen wurden. Für 26 000 Euro waren damals Technik und Know-how zweier Ingenieur-Büros eingekauft worden.

Bereits seit über einem Jahr wird nun in Hameln über die Abschaffung der Baumschutzsatzung diskutiert. Immer mehr Stimmen werden laut, die sich gegen die Satzung positionieren (wir berichteten). Einige Ortsteile haben bereits beschlossen, die Satzung nicht mehr anzuwenden.

In Bad Münder stehen die Dinge anders. Bereits seit dem Jahr 1997 gibt es auch hier eine Baumschutzsatzung – und die hat sich bewährt, meint Annika Platsch aus der Abteilung Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung, die für den Natur- und Umweltschutz zuständig ist. „Wir haben auf die Weise als Stadt mehr Möglichkeiten einzugreifen, da nicht überall ein Bebauungsplan vorliegt“, sagt sie. Über einen Bebauungsplan sei die Stadt direkt in der Lage, an bestehenden Bäumen festzuhalten.

Es soll unter anderem sichergestellt werden, dass „naturnahe Landschaftselemente sowie die ortsbildprägenden Bäume“ erhalten würden, heißt es in der Satzung. Außerdem sollen das Landschafts- oder Ortsbild abwechslungsreich und attraktiv gestaltet werden. Gegenstand der Satzung sind sowohl Bäume innerhalb des bebauten Gebietes als auch auf landwirtschaftlichen Gebieten. Geschützt sind laut der Satzung alle Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 90 Zentimetern sowie Eiben mit einem Umfang von mehr als 50 Zentimetern. Da sich gesetzliche Bestimmungen geändert hätten, werde die Satzung momentan allerdings auch überarbeitet, so Platsch.

Große Proteste gegen die Baumschutzsatzung gibt es in Bad Münder nicht. „Natürlich kommt es vor, dass manche Leute nicht verstehen, warum ein Baum bleibt oder gefällt wird“, sagt Platsch. Unter anderem müsse er immer dann gefällt werden, wenn er nicht mehr standsicher sei. Es werde aber immer versucht, einen Mittelweg zu finden.

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