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Nabu-Sünteltal zeigt wenig Verständnis: Wanderweg verliert an Attraktivität, Tiere ihren Lebensraum

Baumfällaktion des Realverbands wirft Fragen auf

Bad Münder (jhr). Eine Abholzungsaktion an einem Wanderweg zum Süntel auf Höhe des SSV-Heims bringt heimische Nabu-Mitglieder auf die Palme. „Man muss nicht für jeden gefällten Baum gleich eine Bürgerinitiative starten, aber das hier wirft dann doch Fragen auf“, sagt Nabu-Sprecherin Anne Zuzmann.

Ute Rabe trauert den gefällten Bäumen am Wanderweg beim SSV-Heim nach.  Foto: st

Nachdem bereits im vergangenen Jahr auf dem Weg Richtung Tiefental viele Pappeln und Erlen gefällt worden seien, sei nun der Weg Richtung Süntel an der Reihe gewesen, kritisieren Nabu-Mitglieder. „Der sonst im Sommer wunderschöne schattige Weg ist jetzt kahl. Es stehen nur noch einige wenige dünne Bäumchen, die keinerlei Schatten mehr bieten. Der Weg ist zerfahren, matschig“, sagt Nabu-Unterstützerin Ute Rabe. Sie fragt: „Wem dient solch ein massiver Eingriff in die Natur? Dort fährt kaum ein Trecker, es gibt keine direkte Anbindung an ein Feld. Zumal gleich im Anschluss daran ein Naturschutzgebiet des Nabu ist.“

Veranlasst wurde die Abholzung vom Realverband Bad Münder. Tobias Pischel, der bei der Stadtverwaltung die Belange des Realverbandes vertritt, erklärt den Hintergrund: „Bei Begehungen wurden die vorgesehenen Aktionen zur Unterhaltung besprochen, dann gab es noch einen Termin vor Ort mit einem Fachmann. Im Winter hatten wir in diesem Bereich Probleme mit herabfallenden dicken Ästen, die Pappeln hatten einfach ihre Zeit erreicht“, begründet er die Fäll-Aktion. Zwar hätte „der eine oder andere Baum“ noch ein bis zwei Jahre stehen können, doch jetzt werde der gesamte Bereich verjüngt – das werde in enger Absprache mit dem Umweltamt der Stadt passieren, allerdings erst in der nächsten Pflanzperiode, nicht im Sommer.

Für Ute Rabe ein nicht nachzuvollziehender Schritt: Insbesondere da durch diesen Eingriff laut Rabe nicht nur der Wanderweg für den Menschen an Attraktivität verliert, sondern weil Tiere ihren Lebensraum verlieren. „Solch ältere Erlenbestände bieten im Winter Nahrung für Vögel. Sie fressen die Samen aus den kleinen Zapfen, die nur an älteren Bäumen zu finden sind.“

Auch Hasen, Rehe und andere Arten seien von der Kahlschlag-Aktion betroffen.

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