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Belebtes Schmuckstück mit historischem Gesicht / Integriertes Buswarteabteil

Bauer Giese baut ein Backhaus - und die Stadt zieht als Untermieter mit ein

Exten (who). Sich selber einen Traum erfüllen und gleichzeitig etwas zur Freude für viele Menschen schaffen. Wie das zusammengeht, ist zurzeit auf dem Hof der Familie Giese an der Uchtdorfer Straße mitzuerleben.

Ein Backhaus mit historischem Gesicht und vielen liebenswerten Details entsteht an genau der Stelle, wo früher das Gerätehaus der Extener Feuerwehr gestanden hat. Und sozusagen als Untermieter wird die Stadt Rinteln mit einem integrierten Buswarteabteil einziehen. Bauherr Hartmut Giese erklärt, wie es zu dem Projekt im Kombipack gekommen ist: "Ausgangssituation war, dass die Stadt an der Straße ein Buswartehäuschen aufstellen wollte. Weil es auf unserem Grundstück stehen sollte und ich schon lange davon geträumt habe, einen alten Backofen aufzubauen, habe ich im Rathaus nachgefragt, ob wir nicht etwas gemeinsam machen wollen." Dass die Kooperation zustande gekommen ist, zeigt das heranwachsende Schmuckstück. Das Gebäude am Grundstücksrand zur Uchtdorfer Straße schaut aus, als hätte es schon immer dort gestanden. Dazu tragen die patinierten Dachpfannen bei, die von einer Scheune aus Poggenhagen im Auetal stammen. Ebenso Original-Teile für die Fassung der Eingangstür und die Fensterbänke aus Sandstein. Hartmut Giese hat sie von der Extener Familie Sievert in der Behrenstraße bekommen, die mit dem Nachbargrundstück eine abbruchreife Brandruine erworben und entfernt hatte. Und auch die gerettete Tür aus der Ruine wurde zu neuem Glanz restauriert und kommt zu neuen Ehren. Hartmut Giese: "Solche Dinge fallen einem ein, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend fährt." Das Kernstück hat Hartmut Giese in Strücken gefunden. Der zweistufige Backofen, Baujahr 1918 einer Aschaffenburger Firma, wartet noch auf seinen Einbau. Ebenso ein alter Küchenherd, auf dem künftig nach Großeltern-Art über offenem Feuer gekocht und gebrutzelt werden soll. Draußen lässt Hartmut Giese derweil mit Hilfe von bezahlten Helfern und seinem Sohn Björn das passende Umfeld entstehen. Zwei alte Brunnenringe bilden mit Fallrohren aus Kupfer einen Regenablauf und weitere Blickfänge. Der Vorplatz erhält eine Pflasterung mit einem alten Mühlstein aus Hartmut Gieses Elternhaus, der ehemaligen Extener Mühle. Die Sandsteine für die umgebende Stützmauer kommen ebenfalls aus dem Abbruchhaus in der Behrenstraße. "Ich wollte gerne etwas Schönes mit praktischem Nutzen schaffen, an dem auch andere Spaß haben", erläutert der Bauherr seinen persönlichen Traum. Das Backhaus solle deshalb unter anderem eine Verbindung zum Hofladen- und Partydienstkonzept des Familienbetriebes bilden. Insgesamt stellt sich Giese ein belebtes und lebendes Objekt vor. "Möglichst viele sollen unser Backhaus genießen dürfen." Nicht zuletzt deshalb bringe sich der Extener Heimatverein in die Nutzung ein. Noch im Frühjahr soll die Einweihung sein. Das Buswarteabteil an der Straßenseite wird in Kürze eröffnet, sobald die seitlichen Fenster eingebaut sind.

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