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Erzählfiguren-Kurs im Pfarrheim

Basteln – und sich kennenlernen

Bad Münder (bdi). „Vom Drahtgestell an wird die ganze Puppe selbst gestaltet und modelliert“ – leicht gesagt, deutlich schwerer vollbracht: Unter der Leitung von Bruder Godehard Wolpers versuchten sich jetzt Mitglieder der St.-Johannes-Baptist-Gemeinde an der Gestaltung ihrer eigenen, kleinen Figur, aus Draht, Stoff und Sisal. Wolpers hatte bereits in seiner Zeit als Pfarrer der katholischen Gemeinde viel mit biblischen Erzählfiguren gearbeitet, so Kindern die Geschichte von St. Martin nähergebracht. Für einen Kurs war Wolpers jetzt wieder in seiner alten Gemeinde zu Gast – und erläuterte den Teilnehmern, worauf es beim Gestalten der Figuren aus der Grundlage Drahtgestell heraus ankommt. „Zunächst werden die Beine umwickelt, damit sie dicker werden. Später wird dann das Gesicht modelliert. Das muss dann erst einmal trocknen.“ Einen Tag später folgt dann das tatsächliche Gestalten: Die „Stoffhaut“ wird übergezogen dann folgen Haaren, Kleidung, Schuhe. Um konkrete biblische Figuren geht es Bruder Godehard dabei nicht: In einem „Bibliodrama“ gehe es nicht um Jesus oder Moses direkt. Wolpers: „Man soll sich über die Figuren in die Geschichte besser hineinversetzen können“. Wen also die Puppe in der Geschichte darstellen soll, ist dem überlassen, der die Puppe spielt – es kann ein Bauer auf dem Feld sein oder ein Priester, ein Kind oder eine Mutter. Diese Freiheit spiegelt sich auch im Detail wieder: Auffällig bei den Figuren sind die fehlenden Gesichtszüge. „Es ist auch viel schwerer, über die Gestik der Figuren Emotionen darzustellen. Außerdem gibt ein Gesichtsausdruck viel zu viel vor“, sagt Wolpers.

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Durch diese darstellerische Freiheit sind auch die Einsatzgebiete dieser kleinen Figuren vielfältig: Sie werden in der Erwachsenenbildung ebenso eingesetzt wie in den Gruppenstunden, die zum Kommunionunterricht in der katholischen Kirche gehören. „Die Kinder verstehen die Geschichten einfacher, können sich viel besser in die Handlung hineinversetzen“, weiß der Kursleiter. Dabei ist ihr Einsatz keinesfalls nur auf den kirchlichen Rahmen beschränkt: Auch mit Lehrern hat er bereits Puppen gebastelt – für den Schulunterricht. Und für einen selber ist es auch etwas, meint Bruder Godehard Wolpers: „In jeder Figur, die man gestaltet hat, erkennt man auch immer ein bisschen von sich selbst wieder.“ Die Kursteilnehmerinnen können ihm darin zustimmen – und Spaß gemacht habe die Bastelarbeit obendrein.

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