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Stadtverwaltung beauftragt wegen Bad Nenndorfer Einzelhandelsplänen Fachanwalt

Barsinghausen geht auf die Barrikaden

Bad Nenndorf/Barsinghausen (voe/fox). Zwischen Barsinghausen und Bad Nenndorf bahnt sich erneut ein heftiger Streit um das Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr an: Die Nachbargemeinde will ihre Einzelhandelsfläche erweitern - aus Sicht der Barsinghäuser in Konkurrenz, unmittelbar an der Stadtgrenze. Bad Nenndorfs Stadtdirektor Bernd Reese hat für diese Kritik kein Verständnis.

Zwei Monate nach Eröffnung des "Hellweg"-Baumarktes geht Barsinghausens Stadtverwaltung erneut auf die Barrikaden. Grund dafür ist ein Schreiben des Landkreises Schaumburg zu den neuesten Plänen Bad Nenndorfs, das der Kommune per Post zugestellt worden ist. Danach stehen nicht nur die Erweiterung des MöbelmarktesHeinrich um 10 000 Quadratmeter und des Edeka-Marktes um etwa 1000 Quadratmeter im Raum, sondern auch die Ansiedelung diverser Fachmärkte. "Die Rede ist unter anderem von einem Technikmarkt, einem Sonderpostenmarkt, einem weiteren Lebensmittel-Discounter, einer Tier- und Zoohandlung sowie einem Textil- und Schuhmarkt", sagte Barsinghausens Baufachbereichsleiter Carsten Hettwer. Für Bürgermeister Walter Zieseniß ist das Maß damit mehr als voll. Bereits bei der Ansiedelung des 10 000 Quadratmeter großes "Hellweg"-Baumarktes, der Anfang Oktober eröffnete, hatte Barsinghausen juristische Schritte prüfen lassen. Letztlich sah die Stadt nur deshalb von einer Klage ab, weil der Ausgang vor Gericht nicht als sicher erschien. Es geht darum nachzuweisen, ob sich das Gewerbegebiet an der Bückethaler Landwehr innenstadtrelevant und damit schädlich auf Barsinghausen auswirkt. Im Zusammenhang mit dem Hellweg-Baumarkt ging ein Nenndorfer Gutachten davon aus, dass nur 6,8 Prozent aller Kunden an der Bückethaler Landwehr aus Barsinghausen kämen, was nicht innenstadtrelevant sei. Jetzt aber sieht Bürgermeister Zieseniß gute Chancen, gegen die neuen Pläne mit Erfolg vorzugehen. Er beauftragte den Ersten Stadtrat Marc Lahmann, mit einem Fachanwalt alle Möglichkeiten zu prüfen. Bei einem Kundenanteil von etwa zehn Prozent könnte ein Gericht bereits zugunsten der Deisterstadt und gegen Bad Nenndorf entscheiden. Bad Nenndorfs Stadtdirektor Bernd Reese ist enttäuscht von den Äußerungen aus Barsinghausen - besonders auch, davon erst aus der Presse zu erfahren. "Wir haben im März beim Landkreis Schaumburg um ein Moderationsverfahren zu den Kritikpunkten gebeten, der Termin ist kurz vor Weihnachten", sagte Reese. "Ich hatte gehofft, dass Barsinghausen so kurz vor dem Termin mit seinen Äußerungen bis nach dem Moderationsverfahren wartet."

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