weather-image
Überfall auf Sparkassenfiliale in Todenmann / Zweigstellenleiter löst noch selber Alarm aus

Bankräuber schlägt brutal mit der Pistole zu

Todenmann (wm). Drei Minuten vor der Mittagspause ist gestern die Sparkassenfiliale in Todenmann von zwei maskierten Männern überfallen worden. Genau um 12.27 Uhr stürmen die Täter in die Filiale an der Hauptstraße, der Landesstraße 441. Der 36-jährige Zweigstellenleiter kann noch geistesgegenwärtig den Alarmknopf drücken, bevor er und seine 56 Jahre alte Kollegin - beide sitzen gerade am Schreibtisch - von den Räubern überwältigt werden.

Tatort Todenmann: Der Norarzt versorgt den verletzten Zweigstell

Die beiden Männer gehen mit großer Brutalität vor: Einer der Räuber umrundet wortlos den Tresen und schlägt Thomas W. eine Pistole auf den Kopf. Der zweite Bankräuber zerrt die 56-jährige Bankmitarbeiterin Ingrid P. an den Haaren zu Boden und hält sie fest. Beide werden danach in den Tresorraum geführt. Mit den Worten "Geld raus - beeilen" wird der Zweigstellenleiter aufgefordert, den Geldautomaten zuöffnen. Eine umständliche Prozedur, die nur begrenzt zum Erfolg geführt hat, wie Vorstandsmitglied Günther Klußmeyer schildert, denn der Tresor des Automaten ist mit einer zeitgesteuerten Sicherheitstechnik ausgerüstet. Nennenswerte Beträge, so Klußmeyer, könnten in Filialen nicht abgehoben und damit auch nicht erbeutet werden. Da Thomas W. aus der Kopfverletzung erheblich blutet, müssten die erbeuteten Banknoten blutverschmiert sein - davon geht die Polizei aus. Sieben Minuten dauert der Überfall, und bevor die beiden Bankräuber flüchten, fesseln sie die Bankmitarbeiter an Händen und Füßen mit Kabelbindern. Die 56-Jährige kann sich selber befreien und hilft dann ihrem Kollegen. Als die erste Streifenwagenbesatzung des Polizeikommissariats Rinteln am Tatort eintrifft, sind die beiden Bankräuber spurlos verschwunden. Beamte der Schutzpolizei wie des Kriminalermittlungsdienstes fragen in allen angrenzenden Häusern nach eventuellen Zeugen und durchsuchen Grundstücke, Gartenhäuser und Garagen im ganzen Dorf. Die beiden Täter können von den Bankmitarbeitern nur vage beschrieben werden. Beide Männer sollen dunkel gekleidet, mit Sturmhauben maskiert gewesen sein und schwarze und hellbraune Schuhe getragen haben. Dafür gibt es Videoaufnahmen des Überfalls. Beim Betreten der Bank wurden beide Männer von der Kamera des Geldautomaten im Vorraum erfasst, mit dem Drücken des Alarmknopfes eine zweite Überwachungskamera im Innenraum in Gang gesetzt. Die Täter, so schilderten die Bankangestellten der Polizei, hätten Deutsch mit südöstlichem Akzent gesprochen. Nach den Bewegungen der Männer, wie im Video zu sehen, dürfte es sich um trainierte 20- bis 25-Jährige gehandelt haben. Hinweise darauf, wohin die Männer geflüchtet sind und ob sie ein Fahrzeug benutzt haben, gibt es nicht. Drei Minuten vor dem Überfall hatte eine Kundin die Zweigstelle verlassen, die sich genau erinnert, dass auf dem Parkplatz nur die Fahrzeuge der beiden Bankmitarbeiter gestanden haben. Der Zweigstellenleiter wird mit einer blutenden Platzwunde und Verdacht auf Gehirnerschütterung und Nasenbeinbruch zunächst vom Notarzt versorgt, dann mit dem Rettungswagen ins Rintelner Krankenhaus gebracht, kann aber bereits am Nachmittag vor der Polizei seine Aussagen machen. An der Fahndung beteiligen sich 21 Streifenwagenbesatzungen, auch aus den benachbarten Kreisen Minden, Detmold, Hameln und Hannover sowie der Polizeihubschrauber. Bis Redaktionsschluss fehlt von den Räubern jede Spur. Eventuelle Zeugen, die zur Tatzeit ein fremdes Fahrzeug in der Nähe der Sparkassenfiliale oder etwas anderes Ungewöhnliches beobachtet haben, werden gebeten sich unter Telefon 05751/95450 bei der Polizei zu melden.

Spurensicherung auf dem Parkplatz der Sparkasse.
  • Spurensicherung auf dem Parkplatz der Sparkasse.
Polizeibeamte suchen das ganze Dorf ab.
  • Polizeibeamte suchen das ganze Dorf ab.
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare