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Katie Melua verzaubert 3000 Fans in der AWD-Hall / Zurücklehnen und genießen

Balladengöttin sorgt für Seelen- Vollbalsamierung des Publikums

Spektakulär ist eigentlich nur die Stimme und ihr bezauberndes Aussehen – ansonsten braucht die 28-Jährige nur noch ihre Gitarre, um die Konzertbesucher mit traumhaften Balladen zu begeistern.

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Nur kurz öffnet sich der rote Vorhang, eine zierliche Frau mit Gitarre in einem orangefarbenen Abendkleid schreitet unter lautem Jubel des Publikums auf die Bühne und haucht den Opener „Piece By Piece“ ins Mikro. Nur wenige Künstler können es sich leisten einen so musikalisch spartanischen Unplugged-Teil als Show-Auftakt zu präsentieren – Katie kann’s – und das mit so viel Inbrunst, dass einem schon beim ersten Song das Herz warm wird.

Die gebürtige Georgierin stimmt „If You Were A Sailboat“ an und wird dabei erstmals vom „Secret String Quartett“ begleitet, das den Song mit einem sanften orchestralen Soundteppich umhüllt.

Die zierliche Sängerin erzählt, dass sie im letzten Monat dem früheren Motorradrennfahrer James Toseland das Ja-Wort gegeben hat – dazu passend, kündigt sie lächelnd den nächsten Song „I’d Love To Kill You“ an. Überhaupt überzeugt Melua im Laufe des Abends zwischen den Liedern auch als liebenswerte, lustige Plaudertasche.

Die sonst eher schüchtern wirkende Künstlerin taut von Song zu Song auf, performt das jazzig angehauchte Stück „A Moment Of Madness“ mit fröhlicher Leichtigkeit, die auch auf die Konzertbesucher überzuschwappen scheint. Kein Wunder, denn nach den ersten vier Titeln wird das „Secret String Quartett“ noch durch Bass, E-Gitarre, Piano und Schlagzeug unterstützt – was eine hörbare Sound-Aufmotzung bedeutet.

So versetzt die Frau mit den rehbraunen Augen und den schönen Kringellocken das Publikum mit ihren Balladen, aber auch Gute-Laune-Songs, in ein Wechselbad der Gefühle. Vorbei der „Burn-out“, den sie in einem Interview einmal als „lustige Vollzerstörung“ bezeichnete. Melua wirkt locker und ausgeglichen, konzentriert sich wieder auf das Wesentliche im Leben: Ihre so hochgelobte Professionalität und Diziplin, die sie ganz nach oben ins Musikgeschäft brachten.

Gefühlvoll lauscht man ihren Songs – so verarbeitet sie in „Forgetting All My Troubles“ ihr Burn-out, erinnert sich an ihre Kindheit in Georgien (If The Lights Go Out) und einsame Nächte in „Somewhere In The Same Hotel“.

Alles in allem Gänsehaut-Momente, die ein Katie-Melua-Konzert ausmachen – und die lieben ihre Fans über alles.

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