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Oskar Wellmannübernimmt Vorsitz im "Naturbadverein" / Mitgliedschaft kostet zwölf Euro im Jahr / Heute Infotag

Bad Nenndorfs Freibadverein setzt ganz auf die Natur

Bad Nenndorf (rwe). Nun soll es ernst werden mit dem Förderverein für ein Naturbad. Heute beim Kulturfest "Bad Nenndorf ist bunt" stellt sich die Gemeinschaft erstmals der Öffentlichkeit vor und macht sich daran, Mitglieder und Mitstreiter für das Projekt zu finden.

Oskar Wellmann

Blauer Himmel, Sandstrand, eine große Rutsche und ein Kletterturm für kleine Abenteurer. Der Auftritt des in Gründung befindlichen Fördervereins Naturbad Nenndorf macht Lust auf Schwimmen und Spaß im Wasser. Doch den gibt es bekanntlich in der Kurstadt unter freiem Himmel nicht mehr - abgesehen vom kleinen Außenbecken in der Landgrafentherme. Das zuändern, hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, der vergangenen Dienstag aus der Taufe gehoben wurde. Den Vorsitz der Gemeinschaft hat Oskar Wellmann übernommen. "2007 - das entscheidende Jahr" heißt das Credo, denn die Initiatoren um Ratsfrau und WGN-Vorsitzende Heike Beiersdorfer heben hervor, dass es ihnen gelungen ist, 100 000 Euro in den Haushalt der Stadt zu bekommen. Das Geld soll dabei helfen, aus einer Idee einen Bürgerverein zu schmieden, der später auch den Bau und den Betrieb eines Freibades übernimmt. Denn weder Stadt noch Samtgemeinde wären bereit, diese Rolle und erst recht nicht die finanzielle Belastung zu übernehmen. Denn ein Freibad ist ein Zuschussgeschäft. Schon aus diesem Grund kommt für den Verein nur ein Naturbad in Frage. In seinem Prospekt stellt er die Kosten gegenüber, allerdings auf Basis einer sechs Jahre alten Kalkulation. Auf 873 000 Euro wird die Bausumme für einen Schwimmteich geschätzt - 1,3 Millionen Euro günstiger als bei der konventionellen Variante. Für diese würde der jährliche Betrieb einen Zuschuss von etwa 115 000 Euro benötigen, ein Naturbad käme mit 63 700 Euro aus. Aber nicht den Mammon allein führt der neue Verein ins Feld, um sich ein Naturbad stark zu machen. Die natürliche Erlebniswelt, Baden ohne chemische Zusätze und die Möglichkeit, den Teich ganzjährige Nutzen zu können, führen die Wellmann und seine Mitstreiter ins Feld. Sorgen über mangelnde Hygiene halten sie für unbegründet. "Modernste ökotechnische Anlagen zur Wasserreinigung erfüllen höchste Qualitätsstandards." Menschen mit Neurodermitis oder Chlorallergien könnten wieder unbeschwert schwimmen. Einen Platz dafür gebe es bereits. Das Gelände hinter dem Hallenbad ist seit Jahren für ein Freibad reserviert. Doch ob die Nenndorfer dort eines Tages ihre Bahnen ziehen können, dazu setzt der Verein nun auf die Hilfe aller, hofft auf möglichst viele Mitgliedschaften (Mindestbetrag zwölf Euro pro Jahr), Spenden und persönliches Engagement. Vorsitzender Wellmann strebt die Gemeinnützigkeit an. Wer sich der Gemeinschaft anschließen will, kann sich heute, Sonnabend, ab 14 Uhr am Stand an der Musikmuschel informieren. Broschüren liegen an folgenden Stellen aus: in der Tankstelle Seifert in der Rodenberger Allee 18, im Umsonstladen "Ümmesüß" in der Hauptstraße 15 sowie in der Nenndorfer Buchhandlung von Iris Lohausen in der Bahnhofstraße 13. Im Internet ist der Verein unter www.naturbad-nenndorf.de zu finden. Über das Medium möchte er auch das Interesse bei den Bürgern ausloten.

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