weather-image
26°
Polizei legt Kriminalstatistik für 2010 vor

Bad Münder bleibt ein sicheres Städtchen

Bad Münder (st). Wenig Straftaten und eine hohe Aufklärungsquote – das Polizeikommissariat Bad Münder kann auch für 2010 wieder eine erfreuliche Kriminalstatistik vorlegen. Fast 70 Prozent der insgesamt im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats verübten Verbrechen konnten durch die Beamten aufgeklärt werden. Dass das Ergebnis im vergangenen Jahr noch um ein paar Prozentpunkte besser ausfiel, ist laut Kripo-Chef Jürgen Keller auf eine Reihe erfolgreich aufgeklärter Betrugsfälle im Gesundheitswesen in 2009 zurückzuführen. Damals konnten einem falschen Physiotherapeuten über 200 Vergehen nachgewiesen werden.

270_008_4480399_lkbm_301_1203_krimistatisitk_1.jpg

Damit ist ebenso der drastische Rückgang der Gesamtstraftaten von 1756 (2009) auf 1526 (2010) zu erklären. Dennoch: „Die Anzahl der verübten Straftaten ist seit dem Jahr 2000 rückläufig“, sagt Keller und fügt hinzu: „Diese erfreuliche Entwicklung ist in erster Linie auf einen kontinuierlichen Rückgang der Diebstahlsdelikte zurückzuführen.“ Was die Häufigkeit von Straftaten pro Einwohner betrifft, gehört Bad Münder zu den sichersten Regionen im ganzen Land.

Sogenannte „Straftaten gegen das Leben“ wie Mord und Totschlag hat es im vergangenen Jahr in der Kurstadt nicht gegeben. Und auch Fälle von schwerer Körperverletzung sind deutlich zurückgegangen – von 56 auf 33. „Schwere Körperverletzung unterscheidet sich gegenüber der einfachen Körperverletzung durch den Einsatz von Waffen oder die Anzahl der Täter im Verhältnis zum Opfer“, erklärt Kommissariatsleiter Manfred Homann. „In der Vergangenheit hatten wir durchaus Tendenzen zu vermehrten Fällen von schwerer Körperverletzung, deshalb ist die Entwicklung umso positiver“, sagt Homann.

Besonders wichtig ist Keller die Betonung der Tatsache, dass auf offener Straße kaum die Gefahr eines tätlichen Angriffs bestehe. „Die meisten Körperverletzungen ereigneten sich nach Streitigkeiten untereinander bekannter Personen und wurden wechselseitig begangen.“ Häufig würde sich durch den Einfluss von Alkohol und Drogen aus einer Lapalie ein handfester Streit unter eigentlich befreundeten Personen entwickeln.

Bezogen auf die Anzahl der Fälle bewegen laut Homann Sexualdelikte die münderschen Beamten relativ wenig. Doch gerade Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern lassen die Polizisten nicht unberührt. In 2010 hatte die Kripo mit einem Fall zu kämpfen, bei dem ein Stiefvater seine drei Töchter mehrfach missbraucht hatte. „Er wurde mittlerweile zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt“, erklärt Keller erleichtert. Außerdem habe es vier Fälle von Besitz und Beschaffung von Kinderpornografie gegeben. „Das ist glücklicherweise eine relativ niedrige Zahl, aber die Dunkelziffer dürfte im Internetzeitalter deutlich höher liegen“, mutmaßt der Kripo-Chef.

Bei den Diebstahls- und Einbruchsdelikten lässt sich laut der Statistik eine leichte Steigerung gegenüber 2009 verzeichnen. Viele der Einbrüche haben sich laut Keller in der Dämmerung ereignet. Hier rät der Kriminal-Beamte Hausbesitzern zu Vorkehrungsmaßnahmen. „Mechanische Sicherungen anbringen, den Anschein erwecken, es sei jemand zu Hause.“ Das Präventions-Team ist zu erreichen unter 05151/933107.

Insgesamt zeigt sich Homann mit dem Ergebnis, das seine Mitarbeiter für das vergangene Jahr vorlegen können, sehr zufrieden. Außerdem lobt er die Einwohner der Kurstadt: „Zum guten Aufklärungsergebnis trägt auch die Unterstützung durch die Bevölkerung bei, die Straftaten meldet oder als Zeugen zur Verfügung steht.“

Erwischt: Fast 70 Prozent der Straftaten in 2010 haben die Beamten des Polizeikommissariats Bad Münder aufklären können. Das () Diagramm zeigt die Gesamtzahl der Straftaten und der Diebstahlsdelikte.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare