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Bad Münder adé: Vikar Marvin Döbler zieht gen Süden

BAD MÜNDER.Nach dem Gottesdienst der Abschied: Vikar Dr. Marvin Döbler verlässt die Petri-Pauli-Gemeinde. Ein Mann, der vor zwei Jahren als „gestandener Theologe und promovierten Religionswissenschaftler“ in die Kurstadt kam, wie Pastor Dietmar Adler seine Abschiedsworte für den jungen Kollegen einleitete.

„Du hast die Gabe, Türen zu öffnen“: Pastor Dietmar Adler (links) verabschiedet Vikar Dr. Marvin Döbler. Foto: Honig

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Gerhard Honig Reporter

Nach dem zweiten theologischen Examen wird Döbler am 1. Juni seine erste Pastorenstelle antreten. Deswegen sei er schon jetzt vom Dienst in der Petri-Pauli-Gemeinde in Bad Münder freigestellt, erklärte Adler. Döbler übernimmt gleich vier Gemeinden, und zwar in Mehle und den Nachbarorten Sehlde, Esbeck und Wülfingen. Seine Ordination erfolgt am Sonnabend, dem 10. Juni in der St.-Urbanus-Kirche in Mehle.

Adler würdigte in seiner Laudatio die Persönlichkeit des Scheidenden: er verkörpere beides, nämlich die Liebe für den Gottesdienst in der Gemeinde und die Liebe am Nächsten – also für die Menschen, die in dieser Gemeinschaft leben. „Wir hörten von dir kluge, durchdachte Predigten, die ansprechen und die Menschen mitnehmen“, lobte Adler an Döbler gewandt, „Du hast die Gabe, Türen zu öffnen, ansprechbar und einladend zu sein, sowohl zu anfänglich noch Fremden als auch zu Senioren und Konfirmanden.“ Für Bad Münder sei Döblers Dienst in diesen zwei Jahren eine große Bereicherung gewesen, und die Gemeinden könnten sich glücklich schätzen, in der er jetzt seinen Dienst als Pastor antrete. Adler: „Dafür rufe ich dir zu: Vergelt’s Gott!“

In einem Festakt mit Gebet am Altar empfing Döbler im Beisein der Kirchenvorsteherinnen Margret Luther und Kerstin Herda den Segen Gottes von Pastor Adler. Beim anschließenden Sektempfang wollte die Reihe der von Wehmut geprägten Gemeindemitgliedern kein Ende nehmen, die Abschied von „ihrem“ Vikar nehmen wollten.

Der Gottesdienst am Vorabend des 1. Mai war geprägt von den traditionellen Inhalten des Tages der Arbeit unter dem Motto „Der Arbeit ein gesundes Maß geben“. Den musikalischen Teil bestritt Dean Schrammar am elektrischen Klavier. In Rollenspielen schilderte unter anderen Petra, gesprochen von Herda, ihre Schwierigkeiten mit der permanenten Doppelbelastung durch Familie und Teilzeitjobs mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, sowie der ihres Mannes als Pfleger im Schichtdienst. Ein Gehalt reiche nicht aus, sonst ginge der Kleinbetrieb Familie pleite. Petras sehnlichster Wunsch: nur einen sorgenfreien Tag hin und wieder.

Wolfgang, gesprochen von SPD-Mann Uwe Peter Keil, erlebt als Älterer die steigende Arbeitsverdichtung, verknüpft mit dem Gedanken „man braucht mich doch“. Deswegem arbeitet Wolfgang auch als Rentner immer weiter, während Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ein Fremdwort geworden ist und stattdessen Schlaflosigkeit und andere Probleme Einzug halten.

Die dritte Person in der Geschichte, die arbeitslose Anke, gespielt von Sabine Scharnewski, schildert andere Probleme mit der Berufswelt: Langeweile, verstanden als „Windstille der Seele“ sei hin und wieder nötig. Nach weiteren, teils bedrückenden Rollenspielen, spielten Pastor Adler und Anja Langkopf vom Kirchenvorstand den Gegenentwurf: den Loriot-Sketch „Du kannst doch nicht einfach nur dasitzen“, wobei Adler den Hermann spielte, der zum Schluss ausrastet, weil seine Ehefrau ihn nicht zur Ruhe kommen lässt – und damit die Gemeinde zum Lachen bringt.

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