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Heeßer Grundschüler erleben eine beeindruckende Aufführung / Die Darsteller sind mit ihrem Spiel auf der Höhe

Bad Eilser Kurtheater wird zur Bühne für Orient-Oper

Bad Eilsen. Zu der Idee, den Schulkindern in der Vorweihnachtszeit anstelle eines Märchenspiels in der Schulturnhalle eine musikalische Theateraufführung im Bad Eilser Kurtheater zu bieten, muss man dem Lehrerkollegium der Grundschule Heeßen gratulieren. Das war sicherlich ein besonderes Erlebnis und für die meisten zugleich der Einstieg in den Bereich gehobener Darstellungskunst in echter Theateratmosphäre.

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Autor:

Siegfried Klein

Pädagogisch sinnvoll war es auch, dass die Kinder sich im Musikunterricht mit der ausgewählten Aufführung einer Geschichte aus "Tausend und eine Nacht" im Vorfeld befassten (Musik: Carl Maria von Weber). Die Schule erhielt dafür von der "Jungen Oper" für Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die erforderlichen Unterlagen. Auch Rektor Joachim Preuß war sehr damit einverstanden, dass der Versuch gemacht wurde, die Kinder auf diese Weise in das Operngenre hineinschnuppern zu lassen. Zusätzlich hatte es ihm die besondere Atmosphäre des Kurtheaters angetan. Das müsse Eilsen auf jeden Fall erhalten bleiben, und die weitere Nutzung dürfe nicht an irgendwelchen bürokratischen Hemmnissen scheitern, erklärte er unserer Zeitung. Der Einakter, in dessen Mittelpunkt Abu Hassan steht, der "erwachte Schläfer", ist als komische Kuroper einzustufen. Die Länge überfordert die Grundschüler nicht, füllt aber sonst allein natürlich keinen Opernabend aus. Um einen altersgerechten Einstieg zu ermöglichen, sind Zugaben eingeflochten worden. So wird von den Darstellern mehrfach der Dialog mit den Kindern gesucht. Außerdem fahndet man im Zuschauerraum nach einer geeigneten Mitspielerin, die bereit ist, die Rolle der Gattin des Kalifen von Bagdad zu übernehmen. Das wiederum ist keineswegs vorher einstudiert worden, wie der Schulleiter versicherte. Die Kinder zeigten nahezu einhellig auf ihre Musiklehrerin Kerstin Gräwer, die dann auch entsprechend eingekleidet wurde und den Spaß mitmachte, ohne sich zu zieren. Im Gegenteil: Sie machte auch in dieser Rolle eine gute Figur und bewies mimisches Talent. Eine nicht zum Originalstück gehörende Zugabe war eine Sprechpuppe in Form eines Kamels, das den jungen Besuchern gleich zu Beginn die unterschiedlichen Stimmlagen erläutern sollte. Gut gemeint sicherlich, aber vielleicht doch etwas zu lang für den Einstieg in die orientalische Märchenwelt. Dass die drei Schauspieler stimmlich wie darstellerisch auf der Höhe waren, kann lobend festgestellt werden. Alle Aufgaben hat das Trio mit Bravour bewältigt. Für die Kinder, aber auch für die Lehrkräfte war das der vergnügliche Abschluss eines Schultages und zugleich eine Empfehlung, 2009 eine Wiederholung mit einem anderen Bühnenstück zu wagen.

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