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Maßnahme ausgelaufen / Heimatverein verhandelt weiter

Backhaus: Abschied von der Baustelle mit Wehmut

Kleinenbremen (ly). Viel Arbeit, zu wenig Zeit: Nach einem Jahr ist das Meierhof-Backhaus zwar längst nicht fertig, doch die meisten Arbeiter mussten abziehen. Sie waren in einer befristeten Maßnahme beschäftigt. Nur einige haben noch zu tun.

Für Zimmerermeister Stefan Berg, zugleich Bauleiter, war es der letzte Tag und ein Abschied mit Wehmut, versüßt durch eine Grillparty. "Tolles Jahr, tolle Zusammenarbeit", fasst Berg in dem Bewusstsein zusammen: "Wir haben ein Denkmal aufgebaut. Schade nur, dass wir gehen, bevor das Backhaus komplett steht." Richtfest war im November. An Motivation hat's nie gemangelt. Walter Caselitz, Vorsitzender des Kleinenbremer Heimatvereins, hat bereits bei der Demontage am ursprünglichen Standort "eine kolossale Euphorie" gespürt. Und die hielt nach dem Umzug zur Mönkhoff-Mühle unvermindert an. Hinter der Maßnahme stehen die Mindener Beschäftigungsgesellschaft Initiative für Arbeit und Schule (Ifas) sowie als Auftraggeberin die ProArbeit GmbH in Porta Westfalica. Bauträger ist der Heimatverein, der mit der Ifas einen Kooperationsvertrag geschlossen hat. Auf der Baustelle hatten zunächst 15 arbeitslose Männer und eine Frau zurück ins Arbeitsleben gefunden, bevor nach sechs Monaten eine gleich große neue Gruppe anfing, zum Teil mit den bereits erprobten Kräften. "Rund 30 Prozent konnten aus der laufenden Maßnahme in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden", berichtet Ifas-Geschäftsführerin Petra Krinke. Schaffe, schaffe, Backhaus baue: Nach Abbau und Umzug waren am neuen Standort zunächst Fundamente gelegt worden, die Fachwerk-Konstruktion wurde aufgestellt, das Dach gerichtet und eingedeckt, die Gefache ausgemauert und verputzt, schließlich der Ofen aufgestellt.Und wie geht's weiter? Der Heimatverein hofft, dass die ProArbeit eine weitere Maßnahme bewilligt. Sonst werden die Arbeiten in Eigenleistung zu Ende gebracht. Zurzeit macht Ofenbauer Harry Peter seinen Job, unterstützt von drei erprobten Ifas-Kräften. Der seltene Doppel-Backofen gilt als Herzstück des denkmalgeschützen Gebäudes. Auf dem Bau hilft auch eine Gruppe von Ifas-Jugendlichen, die noch etwa vier Wochen bleiben. Auch Kleinenbremer Grundschüler haben bei Lehmarbeiten mit angefasst. In acht Wochen sollen dieÖfen fertig sein, dann beginnt der weitere Ausbau. Fenster und Türen werden eingesetzt, Wände isoliert, Decken nach alter Bauart errichtet, Fußböden gelegt, eine Treppe nach oben eingebaut, und dann wäre da noch die Elektroinstallation. "Hinter der Heizung steht ein Fragezeichen", erklärt Walter Caselitz, der die Teileinweihung und einen ersten Probelauf der Öfen für Herbst anpeilt. Dann soll das Gebäude begehbar sein. Mit der schlüsselfertigen Einweihung dauert es wohl bis 2008. "Wie schnell alles geht, hängt vom Geld ab", so Caselitz. Gerade war eine örtliche Delegation zu Verhandlungen in Düsseldorf. Finanziell unterstützt wird der Wiederaufbau des Backhauses Bekemeier von der NRW-Stiftung und dem Bielefelder Amt für Agrarordnung.

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