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Gesellschaftsanteile der Stadt angeboten / Rat soll noch im Oktober entscheiden

Awo GSD wollen aus der GeTour raus

Bad Münder. Die Awo Gesundheitsdienste ziehen sich aus der gemeinsamen Gesellschaft mit der Stadt zurück. Dieser Schritt des insolventen Wohlfahrtskonzerns war als eine von mehreren möglichen Optionen in der Stadtverwaltung bereits durchgespielt worden, kommt daher nicht komplett überraschend. Alleiniger Gesellschafter wird, stimmt der Rat in der kommenden Woche zu, die Stadt.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Mit der Aufsplittung der Awo GSD und dem Verkauf einzelner Betriebszweige an unterschiedliche Bieter war der Betriebsübergang auf einen Käufer unwahrscheinlicher geworden. Jetzt beauftragte die Awo-Geschäftsführung Rechtsanwälte, der Stadt den Kauf der Gesellschaftsanteile anzubieten. Dabei geht es um 48 Prozent der Anteile, die die Awo GSD seit Dezember 1999 halten. Damals gründeten Stadt und Awo GSD die Gesellschaft für Gesundheit, Veranstaltungen und Tourismus und gaben der bestehenden Zusammenarbeit damit einen neuen Rahmen. Die Stadt hält 52 Prozent der Anteile. Seit dem Jahr 2000 gehören auch die Aufgaben, die zuvor von der städtischen Kurverwaltung übernommen wurden, zur GeTour.

Die ersten Reaktionen in der münderschen Politik sprechen für eine Annahme des Angebotes der Awo. Vorverhandelt ist ein Ankauf der Geschäftsanteile für 12 100 Euro, 100 Euro mehr als dem Nennwert. Das Stammkapital, das beide Partner 1999 in die Gesellschaft einbrachten, lag bei 25 000 Euro.

Eng mit der Frage der Liquidität der GeTour verbunden ist die Frage der Gewinnausschüttung. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2014 betrug rund 104 000 Euro, dieser Wert wird auch für die Gewinnausschüttung maßgeblich sein. Die Awo GSD erhalten, so der Plan, rund 49 900 Euro, die Stadt rund 54 000 Euro. Die Liquidität der GeTour war in den Vorjahren durch den vorgetragenen Bilanzgewinn sichergestellt worden, entsprechend soll der städtische Gewinnanteil zur Erhöhung der Liquidität der Gesellschaft verwendet werden, zunächst in Form eines unverzinslichen Darlehens für ein Jahr.

Ein weiterer Punkt, über den der Rat im Zusammenhang mit dem Ankauf weiterer Geschäftsanteile beraten muss: Die Festsetzung des „Dienstleistungsentgeltes“ für das kommende Jahr und damit verbunden die Verlängerung des Geschäftsführungsvertrages um ein Jahr. Das könnte von einigen Ratsmitgliedern problematisch gesehen werden, da damit die zweite Konsolidierungsstufe bei der GeTour, die der Zukunftsvertrag vorsieht, erneut verschoben wird. Im Zusammenhang mit der Konsolidierung war auch die Weiterbeschäftigung von GeTour-Geschäftsführer Thomas Heiming thematisiert worden. Die Beschlussempfehlung der Verwaltung für den Rat sieht eine Verlängerung des Vertrages mit Heiming in unveränderter Form bis Ende 2016 vor. „Aus unserer Sicht ist das die beste Lösung für eine gute weitere Entwicklung der GeTour“, beschreibt Dr. Rainer Eckert als Generalbevollmächtigter der Awo GSD die Situation. „Gleichzeitig ist diese jetzige Entscheidung als Paketlösung zu sehen“, so Bürgermeister Hartmut Büttner, Aufsichtsratsvorsitzender der GeTour. „Dadurch, dass wir auch den Dienstleistungsvertrag um ein weiteres Jahr zu unveränderten Konditionen verlängern, kaufen wir uns die Zeit, um im Jahr 2016 die weiteren Weichen für die Entwicklung der GeTour zu stellen.“ Magdalene Günther, die als Geschäftsführerin die Awo GSD im Aufsichtsrat der GeTour vertritt, ist mit dieser Lösung ebenfalls sehr zufrieden. „Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt genau der richtige Schritt“, so Günther. Vollzogen werden soll die Veränderung der Gesellschafterstruktur zum 1. November. Beschlüsse dazu müssen nicht nur vom Rat, sondern auch vom Gläubigerausschuss der insolventen Gesundheitsdienste getroffen werden.

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