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Trocken und warm: Junge Pflanzen leiden unter fehlendem Regen / Künstlich bewässern ist teuer: 60 Euro pro Hektar

Ausfälle? "Ich hatte noch nicht den Mut, da hinzugucken"

Landkreis (mw). Mittlerweile ist es bereits einige Wochen her, dass es im Landkreis Schaumburg geregnet hat - von wenigen Millimetern Niederschlag zwischendurch einmal abgesehen. Für Bauern, Baumschulen und Hobbygärtner wird die für den Monat April sehr ungewöhnliche Trockenheit bei anhaltender Wärme zum Problem.

Auch die von Kreisgärtnermeister Dieter Kellermeier frisch angep

Das Getreide wächst zwar, berichtet Kreislandwirt Heinz Schweer, aber der Blattkörper bleibt dünner, so dass auch der Ertrag geringer ausfallen wird. Aufgrund der warmen Witterung schiebt die Gerste zirka 14 Tage früher als sonst Ähren. Das gleiche gilt für den Weizen mit rund einer Woche Verzögerung. Als "nicht gerade prall" bezeichnet er die Aussichten für die Landwirte. Von einer Katastrophe könne man jedoch noch nicht sprechen. Denn wenn es innerhalb der nächsten Woche ausreichend regnen sollte, würde größerer Schaden abgewendet werden. Warum beregnen die Landwirte nicht künstlich? "Wir sind auf unseren schweren Böden nicht auf Beregnung eingestellt", erklärt der Kreislandwirt. In der Regel sei auch in normalen Jahren keine Bewässerung nötig. Zudem ist eine künstliche Beregnung laut Schweer auch eine Kostenfrage: Den 60 Euro pro Hektar stünden fünf Doppelzentner Getreide gegenüber, "die man mehr ernten muss". Es mag fünf bis sechs Wochen her sein, dass es geregnet hat, meint Achim Röhler, Inhaber der Baumschule Röhler. Alles was "aufgeschult" wird, müsse derzeit künstlich bewässert werden. Das Wasser dafür bezieht das Unternehmen aus einem großen Teich auf dem Betriebsgelände. Hat es schon Ausfälle gegeben? "Ich hatte noch nicht den Mut, da hinzugucken", sagt Röhler mit einem Hauch von schwarzem Humor. Mit Sicherheit habe er jedoch dort Ausfälle, wo seine "Rohr-Infrastruktur" nicht mehr hinreicht. Röhler bleibt daher nur die Möglichkeit abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. "Entweder schaffen es die Pflanzen, oder sie vertrocknen." "Wir haben Regen nötig", meint Dieter Kellermeier, Kreisgärtnermeister und Vorsitzender des Gartenbauvereins Stadthagen. Dramatisch sei die Situation nicht, wohl aber problematisch. In den oberen Schichten seien die Böden trocken, in tieferen Bodenschichten sei noch genug Feuchtigkeit vorhanden.

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