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Initiative Denkmalpflege Eimbeckhausen löst sich aus Altersgründen auf / Morgen letzter Einsatz

Aus nach 3000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit

Bad Münder (lil). 15 Jahre lang hat sie Laub beseitigt, Rasen gemäht und Unkraut gezupft – die Initiative Denkmalpflege Eimbeckhausen. Morgen um 8 Uhr treffen sich die ehrenamtlichen Helfer zu ihrem letzten Einsatz am Ehrenmal. Nach rund 3000 Stunden gemeinnütziger Arbeit geht eine Ära zu Ende.

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Das Gros der Helfer ist Ende 70 bis über 80. „Uns fehlt einfach die Kraft, die Arbeiten auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal weiterhin zu erledigen“, erklärt der 81-jährige Günter Achilles, Sprecher der Initiative. „Das Bücken und immer die Treppen rauf und runter – das geht nicht mehr so richtig.“

Der desolate Zustand des Denkmals zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege hatte den heute 93-jährigen Paul Fries veranlasst, im November 1996 die Initiative zu gründen. „Das hat ihn sehr berührt“, so Achilles. 12 000 Mark haben die Freiwilligen damals an Spenden gesammelt. Davon wurde gleich zu Beginn eine Baumfällaktion finanziert. Trotz der Anschaffungen von Bänken und Gerätschaften wie einem Laubsauger sind heute etwa 2 000 Euro übrig. „Dank sparsamster Haushaltsführung“, sagt der Sprecher der Initiative.

Dieses Geld erhält der Ortsrat Eimbeckhausen, in dessen Hand dann die Pflege des Ehrenmals liegt. „Wenn das Geld alle ist, muss sich die Stadt darum kümmern“, weiß Achilles.

Einmal im Monat von April bis November haben er und seine Mitstreiter – Walter Borcherding, Hubert Dolle, Wilfried Held, Horst Jodeit, Günther Lachmann, Günther Meißner, Friedel Meyerhoff, Alexander von Pentz und Sigrid Stölting – sich rund zweieinhalb Stunden für ihr Denkmal eingesetzt. Neben Gartenarbeiten hat die Initiative unter anderem Reparaturen am Denkmalkörper selbst erledigt. Lange Zeit mitgearbeitet haben außerdem Wolfgang Dolle, Horst Flade, Paul Fries, Paul Kirstein, Kurt Matthies, Gerhard Reiß, Helmut Schlüter, Günter Pust, Hubert Stechmann und Günter Zimmer.

„Pause haben wir bei unseren Einsätzen nicht gemacht, wir haben durchgemacht“, sagt Achilles und fügt hinzu. „Wenn einer Geburtstag hatte, hat er mal einen Schnaps mitgebracht.“ Auch an das Grillen in den Sommermonaten an der Hütte – dort lagerte die Initiative ihre Werkzeuge und Geräte – erinnert sich Achilles gern.

„Man ist schon ein bisschen traurig, dass jetzt Schluss ist“, sagt der 81-Jährige. „Es wäre schön, wenn wir jünger wären. Wir haben das alle gern gemacht.“ Nachfolger konnte die Truppe nicht gewinnen. „Alle, die wir angesprochen haben, haben keine Zeit oder keine Lust. So ist das heute mit dem Ehrenamt“, weiß Achilles.

Nach ihrem letzten Einsatz am morgigen Freitag trifft sich die Initiative bei Achilles im Partyraum. „Meine Frau kocht Braunkohl, Bregenwurst und Salzkartoffeln“, verrät der Eimbeckhäuser. Auch Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodtmann will kommen, um über Einzelheiten rund um die Denkmalpflege zu sprechen.

„Mit meinem Nachbarn Friedel Meyerhoff werde ich sicher ab und zu einen Ausflug zum Denkmal machen und gucken, ob alles in Ordnung ist“, sagt Achilles. „Wenn es nicht anders geht, greifen wir halt selbst nochmal zu den Arbeitsgeräten.“

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