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Förderverein kommt nicht zu Stande

Aus der Traum vom Freibad in Bad Nenndorf

Bad Nenndorf (oke). Die Resonanz, auf die der Vorstand des Fördervereins Naturbad Nenndorf bei seiner Gründungssitzung stieß, war nach eigener Einschätzung deprimierend. Nur etwa 25 von 85 erwarteten Personen hatten sich im Parkhotel eingefunden, um in der Auftaktsitzung das weitere Vorgehen zu besprechen. Angesichts des offensichtlichen Desinteresses der Öffentlichkeit sah sich der bisherige Vorstand gezwungen, das Projekt abzubrechen.

Das von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) angeschobene Vorhaben, eine neues Freibad mit natürlichem Charakter in Bad Nenndorf einzurichten hatte vielversprechend angefangen. Um die zum Betrieb eines solchen Bades nötigen Finanzen aufzutreiben, waren die Initiatoren auf die Idee verfallen, einen Verein nach den Vorbildern in Luthe und Wennigsen zu etablieren. Dieser sollte mit den Mitgliedsbeiträgen etwa 50 Prozent der Betriebskosten decken. Im Fall Bad Nenndorfs wären dies zwölf Euro pro Mitglied und Jahr gewesen, der Rest sollte aus den Eintrittsgeldern bezahlt werden. Die angeführten Beispiele tragen sich mittlerweile selbst, bedingt dadurch, dass die Fördervereine sehr personalstark sind. An dem Punkt liegt nach Ansicht der Vorstandsmitglieder das Problem des eigenen Vereins. 2000 zahlende Mitglieder müsste die Vereinigung vorweisen können, um die bisher nur grob überschlagenen Kosten decken zu können. Damit wäre der Förderverein zur mitgliederstärksten Gemeinschaft in Bad Nenndorf aufgestiegen. Vorsitzender Oskar Wellmann sieht angesichts der mangelnden Teilnahmezahlen sowohl bei interessierten Bürgern als auch bei den Mitgliedern keine Chance, in absehbarer Zukunft die Minimalanforderungen erreichen zu können. "Bei weniger als 30 Anwesenden heute Abend sehe ich Schwarz", meinte Wellmann. Heike Beiersdorfer schloss sich seinem Resümee an. "Ich sehe das Ziel nicht", so die WGN-Vorsitzende. Acht Jahre, nachdem das Bad an der Bahnhofstraße aufgegeben worden war, hatte sie auf mehr Enhusiasmus gehofft. Im vergangenen Sommer wollten die Mitglieder mit dem Verteilen von 2500 Faltblättern und Informations-Aktionen möglichst große Teile der Nenndorfer Bevölkerung mobilisieren. Dieses Vorhaben sei klar misslungen. "Wir sollten hierkeinem Phantom nachjagen", sagte Michael Graeber. Auch VfL-Vorsitzender Volker Thies sah die Dinge ähnlich. Allein die Mitgliederzahlen sei utopisch. Hinzu komme die Konkurrenz in Rodenberg und Lauenau. "Die Leute haben sich bereits arrangiert", so Thies. Damit sei der "Leidensdruck" in der Bevölkerung zu gering, um ein solches Projekt voran zu bringen. Die sich anschließende Abstimmung viel dennoch knapp aus. Mit acht zu Stimmen sieben und fünf Enthaltungen wurde gegen die Gründung eines Fördervereins gestimmt. Angesichts des Resultats stellte es der Vorstand den Mitgliedern frei, unter einem neuen Vorstand weiterzuarbeiten, allerdings fanden sich hierfür keine Kandidaten. Im Namen des Vorstands bedankte sich Wellmann abschließend für die bisher geleistete Arbeit.

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