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Heute vor 50 Jahren: Die ersten Heeresflieger der Bundeswehr kommen aus der Eifel nach Achum

Auftakt mit Bahnfahrt und Flächenflugzeug

Achum. Die Geschichte des Achumer Heeresflugplatzes beginnt, wenn man so will, in der Eifel. Die auf dem dortigen Flugplatz Niedermendig stationierte Heeresflieger-Versorgungs- und Ersatzstaffel 834 wurde am 1. Oktober 1957 geteilt. Damit wurde der Grundstein gelegt für die Heeresflieger-Instandsetzungskompanie 835 - die spätere Heeresflieger-Instandsetzungskompanie/Staffel 108. Die Männer dieser Einheit waren die ersten Heeresflieger in Bückeburg.

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Das Kommando für die neue Versorgungs- und Ersatzstaffel 835 wurde zunächst auf Major Stoy übertragen. Major Freimann übernahm die Staffel am 1. Januar 1958 als Staffelkapitän, Staffelfeldwebel wurde Oberfeldwebel Schindler, Staffeltruppführer wurde Oberfeldwebel Heinrich. Ende Februar 1958 traf ein Vorauskommando in Achum ein, um die Unterkünfte für die Staffel vorzubereiten. Damals befanden sich im Offiziersheim noch die letzten britischen Nachrichtenhelferinnen. Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde die Staffel in Heeresflieger-Instandsetzungskompanie 835 umbenannt. Ende April 1958 gab Major Freimann den Marschbefehl, die Kompanie 835 samt 36 Soldaten mit der Bundesbahn am 2. Mai 1958 nach Achum bei Bückeburg zu verlegen. Wenn die Bahn damals pünktlich war, trafen die Soldaten um 14.53 Uhr in Bückeburg ein und bezogen anschließend ihre Unterkunft im Offiziersheim in Achum. Später nachfolgende Soldaten wurden in den Baracken an der Breslauer Straße - mitten in "Klein London" - untergebracht. Einige Unteroffiziere nahmen in ehemaligen Achumer Bauernhäusern Quartier, die auf dem Gelände des Flugplatzes lagen und von den britischen Streitkräften requiriert worden waren. Die Kompanie begann ihren Versorgungsauftrag zunächst mit Instandsetzungsarbeiten an der "DO-27", einem einmotorigen Tragflächenflugzeug aus dem Hause Dornier. Hauptmann Richter trat im Juli 1958 als erster Flugzeugtechnischer Offizier seinen Dienst bei der Kompanie an. Der Anfang war gemacht - ein Grund zu feiern: Im Dezember 1958 fand das erste Kompaniefest der "835er" statt. Die Instandsetzungsarbeiten an dem Hubschrauber vom Typ Alouette SE 3130 begannen im Sommer 1959. Am 1. April 1960 wurde Hauptmann Hoppe neuer Kompaniechef. Sein Vorgänger Freimann war zur Heeresflieger-Waffenschule versetzt worden, die die Bundeswehr im Jahr zuvor in Niedermendig gegründet und angesiedelt, dann aber 1960 ebenfalls nach Achum verlegt hatte. Ende 1960 wurde das neue Unterkunftsgebäude fertiggestellt, womit der Umzug aus den Baracken in Klein London abgeschlossen werden konnte. Inzwischen wurden Instandsetzungsarbeiten auch an Hubschraubern der Typen Sykorski und Verdol ausgeführt. Im Rahmen der Umgestaltung der Heeresflieger im Jahr 1961 wurde die Kompanie 835 in Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 108 umbenannt. Einige prominente Daten markieren die Geschichte dieser Einheit. So wurde eine Verdol im Dezember 1960 nach einer Notlandung mit einem Unimog auf der Landstraße aus dem Raum Hille nach Minden in die Pionier-Kaserne geschleppt. Gehörte dieser Einsatz zu den weniger schönen, zu denen der Bergungstrupp ausrücken musste, wenn Luftfahrzeuge hatten notlanden müssen oder abgestürzt waren, so konnten sich die jungen Heeresflieger nur etwas mehr als ein Jahr später in ganz anderer Weise auszeichnen. Zur Rettung von Opfern der Sturmflut, die im Februar 1962 den Menschen in Hamburg und Umgebung zu schaffen machte, wurden auch Soldaten und Hubschrauber der Instandsetzungsstaffel 108 eingesetzt. Im November 1963übernahm Oberleutnant Niesters das Kommando der Instandsetzungsstaffel. In den folgenden Jahren gab es neben dem allgemeinen militärischem Dienst wie Formal- und Infanteriegefechtsausbildung sowie Wachdienst auch Wartung- und Instandsetzungsarbeiten im Rahmen einer Feldinstandsetzungsübung. Löblich und erwähnenswert war die Opferbereitschaft von fünf Soldaten, die einem 16-jährigen, der bei einem Unfall schwerste Verbrennungen erlitten hatte, Teile ihrer Haut spendeten. Ende Oktober 1967 wurde die Instandsetzungsstaffel 108 auf Befehl des Verteidigungsministers von Achum nach Celle-Wietzenbruch verlegt. Dort bestand die Einheit noch einige Jahre weiter, bis sie am 31. März 1971 aufgelöst und in die Flugzeugtechnische Abteilung umgegliedert wurde.

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