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Anonymer Autor befürchtet Vergiftung bei Lüdersfeld / Keine Bestätigung vom Aufsichtsamt

Aufregung um Alu-Schlacke und Giftstoffe im Boden

Lüdersfeld (gus). Ein anonymer Brief hat in Lüdersfeld für Aufregung gesorgt. Dessen Autor behauptete, dass es Verunreinigungen durch Salzschlacke aus der Aluminiumproduktion im Lüdersfelder Industriegebiet gegeben hat. Dies hat sich allerdings nicht bewahrheitet.

Das Schreiben war an die Ortsgruppe des Naturschutzbunds (Nabu) adressiert, wie deren Vorsitzender, Manfred Krause, bei einer Mitgliederversammlung berichtete. Angeblich sei Salzschlacke bei Regen abgeladen worden, weswegen Giftstoffe in den Boden gelangt seien.

„Das hat sich nicht bestätigt“, sagte Krause. Auch Samtgemeindebürgermeister Gerd Busche erklärte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet wurde und keinerlei Fehlverhalten feststellte. „Das Unternehmen Franke hat sich völlig korrekt verhalten“, versicherte Busche.

Dennoch nimmt der Nabu die Sache ernst, und Krause war froh, dass die Menschen sensibel für derartige Vorgänge sind. Es zöge nämlich erhebliche Schäden nach sich, wenn Salzschlacke mit Wasser in Berührung komme.

Die Schlacke stammt aus der Aluminiumaufbereitung. Alu-Schrott wird laut Krause im Bokeloher Kalibergwerk Sigmundshall eingeschmolzen, um es wieder in den Rohstoffkreislauf zurückzuführen. Allerdings enthalte die Schlacke noch zu viel Rest-Aluminium.

Das teure Metall soll in einem zweiten Filtervorgang möglichst zur Gänze aus dem Schlamm gezogen werden. Da die Lagerkapazität in Bokeloh zu gering sei, werde ein Teil des Schlamms in das Lüdersfelder Industriegebiet nahe der Landesstraße 445 transportiert und dort zwischengelagert. Erst nach der zweiten Filterung komme es auf den Kaliberg bei Bokeloh. Auch dies sehen Umweltschützer mit Sorge. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) und der Nabu klagten zudem im vergangenen Jahr gegen die Erweiterung der Salzhalde.

Laut einem Gutachten aus dem Jahr 1999 zur Aufbereitung des Abfallstoffs in Bokeloh enthält Alu-Schlacke das giftige Ammoniak sowie Nitrite und Nitrate. Außerdem kommen darin die Salze Natrium- und Kaliumchlorid sowie Calciumfluorid vor, das bei Kontakt mit Säuren den extrem giftigen und ätzenden Fluorwasserstoff bildet. Laut demselben Gutachten wird in der Alu-Aufbereitung allerdings kein Bauxit verwendet. Bauxit-Schlamm hatte vor gut drei Wochen einen Ort in Ungarn überschwemmt.

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