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Aber: Grundstückseigentümer ist im Recht

Aufregung in Ahnsen: 250 Jahre alte Eiche gefällt

Ahnsen (tw). Aufregung in Ahnsen: Weil ein Bürger an der Neumühlenerstraße 22 einen markanten Baum gefällt hat, regt sich Unmut im Dorf. Ein Anwohner, der aus "Angst vor Übergriffen" des Grundstücksbesitzers anonym bleiben möchte, hat den Vorfall publik gemacht, spricht von "Willkür". Neben der Landes-Zeitung liegt das entsprechende Schreiben auch der Samtgemeinde vor. Darin heißt es entrüstet: "Wie kann es sein, dass eine über 250 Jahre alte und große Eiche einfach gefällt werden darf?"

Gemeindedirektor Heinz Grabbe kann den Zorn verstehen: "Es war eine der schönsten Eichen, die wir in Ahnsen noch hatten." Ihn selbst habe der Grundstückseigentümer vor dem Fällen des Baumes nicht gefragt - und selbst wenn: "Ich hätte die Aktion nicht für gut gehalten." Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat auf Nachfrage: "Der Baum stand auf einem noch freien, aber bebaubaren Platz, der jetzt als Eigentum erworben wurde." Der Eigentümer habe mit dem Fällen nichts anderes getan als von seinem (Nutzungs-)Recht Gebrauch gemacht. Denn: Ahnsen hat keine Baumschutzsatzung. DieBaum- und Heckenschutzverordnung des Landkreises gelte nur außerhalb geschlossener Ortschaften, nicht aber - wie hier - im Innenbereich. Eine Ansicht deren Wahrheitsgehalt Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises, nach Blick in die Akten bestätigt: "In Ahnsen gibt es keinen einzigen Baum, der als Naturdenkmal geschützt ist." Das Fällen der Eiche wäre nur dann nicht rechtens gewesen, wenn sie durch eine Baumschutzsatzung geschützt gewesen wäre. "Eine solche Satzung zu erlassen", sagt Heimann, "wäre Sache der Gemeinde".

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