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TUI-Arena im Supertramp-Rausch / „Obertramp“ Rick Davies lässt Tasten glühen

Auch ohne Roger Hodgson sind die „Tramper“ super

Giftige Sprüche gegen seine Ex-Kollegen gab es schon im Vorfeld der „70 – 10“-Tour, dass Roger Hodgsons Umfeld jedoch kurz vor der Hannover-Show auch noch mit Mini-Poster-Attacken auf seinen einstigen Kumpel Rick Davies losging, war für viele dann wohl doch zu viel.

Supertramp-Gründungsmitglied und Motor Rick Davies brillierte an

Nach Hodgsons Aussage wurde damals vereinbart, dass jeder nur die von ihm geschriebenen Songs bei Live-Auftritten nutzen darf. Doch was wäre ein Supertramp-Konzert ohne Songs wie „Give A Little Bit“ oder „Dreamer?“ Das dachte sich auch Rick Davies, der unter dem Namen Supertramp tourt und auch weiterhin lustig die einstigen Hits der Band mit seiner Crew spielt.

Roger Hodgson wurde an diesem Abend auch nicht sonderlich vermisst – seinen Part übernahm zur Hälfte Jesse Siebenberg, der Sohn des Original-Drummers Bob Siebenberg, zusammen mit einem Background-Sänger. Die konnten mit ihren Stimmen zwar nicht ganz Rodger Hodgson ersetzen, machten ihre Sache aber recht gut.

Ein eher schwerfälliger Start mit „You Started Laughing“, gefolgt von „Gone Hollywood“.

Saxofonist John Helliwell bei „Gone Hollywood“.
  • Saxofonist John Helliwell bei „Gone Hollywood“.

Tosender Beifall, als Jesse Siebenberg „Breakfast in America“ anstimmt – in Sekunden tauchen die Fans in die glorreiche Supertramp-Ära ein, erheben sich von ihren Sitzplätzen und klatschen begeistert mit.

Die Hauptprotagonisten der Band sind nach wie vor Rick Davies und Saxofonist John Helliwell – während sich Davies noch immer als begnadeter Pianist erweist, begleitet Helliwell die Show mehr oder weniger als Song-Chefansager.

Titel wie „Gone Hollywood“ oder „Rudy“ werden am hinteren Bühnenrand mit Videoeinspielungen begleitet – lockern so das sonst eher karge Bühnenbild auf angenehme Weise etwas auf.

„Cannonball“, „Poor Boy“, „From Now On“ – Davies singt und zeigt sein Können an den Tasten. Dann der Übersong „Give A Little Bit“ – nein, es singt nicht Hodgson, auch wenn einer der Backgroundsänger sich bald bis auf Augenhöhe nähert. Davies, ganz Gentleman, zieht sich bei den typischen Hodgson-Songs bescheiden zurück und überlässt den „Doubles“ die Bühne.

Davies greift in die Nostalgie-Schatztruhe, stimmt „Bloody Well Right“ an und lässt die Funken auf seinem Fender-Rhodes sprühen – der Blues/Rock lässt grüßen – seine Mitstreiter fühlen sich bei diesem Stück scheinbar pudelwohl.

Nach „Goodbye Stranger“ ist die prall gefüllte Greatest-Hits-Setlist voll ausgeschöpft und man stürzt sich nach artigem Verbeugen auf den Zugaben-Teil, der mit „School“ eingeläutet wird. Bei „Dreamer“ hält es dann viele nicht mehr auf ihren Sitzgelegenheiten – die Supertramp’sche Völkerwanderung beginnt und endet kurz vor den Bühnen-Absperrgittern, wo sie mit „Crime Of The Century“ noch eine der Supertramp-Perlen genießen können.

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