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Insolvenzgericht setzt Sachverständigen ein / Bürgermeister will helfen: "Das kann nicht das Ende sein"

Atempause für die VTB - Übungsbetrieb läuft

Bückeburg (rc). Atempause imÜberlebenskampf der VT Bückeburg: Gestern hat das Insolvenzgericht zunächst einen Sachverständigen eingesetzt, der die finanzielle und rechtliche Situation von Bückeburgs Traditionsverein prüfen wird, ehe Insolvenzrichter Wolfgang Gloede entscheidet, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Papier ist geduldig: Anfang Mai präsentierte der VTB-Vorstand de

Bis zur Vorlage seines Gutachtens wird der Sport- und Trainingsbetrieb der VTB zunächst in vollem Umfang von statten gehen. "Alles läuft vorläufig nach Plan weiter. Nähere Auskünfte erteilen die Übungsleiter", so das offizielle Statement der VTB. Von Seiten der Stadt sind inzwischen Bemühungen angelaufen, Bückeburgs Traditionsverein Nr. 1 doch noch am Leben zu halten. Bürgermeister Reiner Brombach, der vom Insolvenzantrag erst aus dieser Zeitung erfuhr, sagte, es müssten alle Anstrengungen unternommen werden: "Das kann nicht einfach das Ende sein, gerade auch im Hinblick auf die Sportler der Stadt." Er und weitere Vertreter der Stadt wollen sich so schnell wie möglich mit dem Vorstand zusammensetzten, um eventuell doch noch Wege aus der Krise zu finden. Wie diese Lösungen aussehen können, ließ der Bürgermeister offen. Zunächst müsse geprüft werden, ob der Verein überhaupt noch zu retten ist und was gemacht werden kann. Falls es Lösungen gebe, müssten diese so angelegt sein, dass der Verein auf Dauer gesundet. Der Vorstand müsse sich dabei fragen lassen, was er bisher getan und warum das Sanierungskonzept nicht gegriffen habe. Die Frage nach dem Einsatzöffentlicher Mittel beantwortete Brombach mit "eher weniger". Die Stadt werde nicht Gesellschafter eines wie auch immer gearteten Sportvereins werden. Wie der Insolvenzrichter sagte, hat er sich für das Einschalen eines Sachverständigen entschieden, um zu befürchtende erhebliche Nachteile für die Sporttreibenden zu mindern: "Sie hätten sonst von heute auf morgen auf der Straße gestanden." Der Sachverständige, der noch gestern Morgen beauftragt wurde, wird umgehend Geschäfte und Zahlen des Vereins prüfen, um zu sehen, was noch zu machen ist. Da außerdem noch mehrere Prozesse anhängig sind und zudem der gescheiterte Vergleich mit den Verantwortlichen der aufgelösten Handball-Lizenzenabteilung, Bernd Schramme und Fred Stundner, noch im Raum steht, hat der Sachverständige einen zweiten Auftrag erhalten: prüfen, ob der Verein aus diesen Verfahren noch Geld erwarten kann oder aber ob - und wie - Stundner und Schramme in Anspruch genommen werden können. Sachverständiger ist der Mindener Rechtsanwalt Stefan Höltershinken. "Etwas sehr Bedrückendes" hatte am Freitagabend die Krisensitzung aller Spartenleiter an sich, wie Sozialwart Ulrich Mohr schilderte. Sie wurden erstmals über den Gang zum Insolvenzrichter informiert. Entscheidungen seien an dem Abend nicht gefällt worden. Die Sparten sollen sich in den kommenden Tagen zusammensetzen und entscheiden, was weiter passiert: Gehen sie als Sparte zu einem anderen Verein oder gründen sie einen eigenen? An dem Abend sei keine Tendenz erkennbar gewesen, dass sich engagierte VTB-Mitglieder für die Gründung eines neuen Vereins stark machen würden, sagte Mohr. Von den Spartenleitern habe an dem Abend keiner erklärt, dass er sein Amt niederlegen werde. Klärungen, was die einzelnen Sparten machen wollen, erwartete der Vorstand gestern Abend. Turnusmäßig war die Geschäftsstelle geöffnet, so dass dort erste Entscheidungen erwartet wurden. Die Badmintonsparte der VTB trifft sich am Donnerstag, 8. Juni, um 20 Uhr im Vereinsheim an der Schwenstraße zu einer außerordentlichen Versammlung: Einziges Thema - natürlich: "der aktuelle Anlass".

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