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Stellvertretender Vorsitzender des münderschen Kur- und Verkehrsvereins verzichtet frustriert auf erneute Kandidatur

Ascher: Bauamt versucht immer, Projekte zu verzögern

Bad Münder (hm). Dass es in den vergangenen Monaten zwischen Kur- und Verkehrsverein und Stadtverwaltung wiederholt zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen ist, war den Teilnehmern der Jahresversammlung des KVV bekannt. Wie tief der Riss geht, wurde jedoch vielen Versammlungsgästen erst deutlich, als der stellvertretende Vorsitzende Robert Ascher seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur begründete.

Robert Ascher

Ascher wollte sich nicht auf die vielerorts gebräuchliche Formulierung „aus persönlichen Gründen“ zurückziehen, er wollte seine Entscheidung erläutern. Sechs Jahre führte er mit dem Vorsitzenden Günter Bargmann den KVV, die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden und den restlichen Vorstandsmitgliedern sei gut gewesen. „Wir haben vieles bewegt und so manches Projekt entwickelt.“

Doch fast egal für welches Vorhaben, immer habe man zur Umsetzung die Genehmigung des hiesigen Bauamts benötigt. Und da beginne das Problem. „Wir können planen, was wir wollen, erst einmal versucht man eine Umsetzung grundsätzlich zu verändern und zu verzögern“, sagte Ascher.

Der scheidende Vereins-Vize nannte zwei hauptsächliche Gründe, die ihn zu seiner Entscheidung bewegt hätten, nicht wieder anzutreten. Erstens: Das wichtige Projekt „Ortseingangsschild“ habe dreieinhalb Jahre gedauert. „Wir haben geplant und Entwürfe erstellen lassen, immer sind diese dem Bauamtsleiter nicht genehm gewesen und führten zu Enttäuschungen“, so Ascher. Nach dieser langen Zeit konnte jetzt der Bauantrag gestellt werden. Viel Geld und ehrenamtliche Zeit seien in den Jahren verloren gegangen.

Silvia Nieber
  • Silvia Nieber

„Der Skandal für mich persönlich ist aber die Aussage des Bauamtsleiters Uwe Hünefeld im Zusammenhang mit einem Antrag des Freundeskreises Rohmelbad“, nennt Ascher den zweiten Grund. Hünefeld habe gesagt: „Wenn sich der Freundeskreis des Rohmelbades unter das Dach des KVV begibt, nehme ich an den Sitzungen als Vertreter der Stadtverwaltung nicht mehr teil. Da zwischen der Stadt und dem KVV immer wieder Reibungspunkte entstehen, gehe ich davon aus, dass diese durch einen Zusammenschluss noch häufiger werden.“

Bürgermeisterin Silvia Nieber nahm nach der Versammlung gegenüber der NDZ Stellung: „Ich verstehe Herrn Ascher schon, dass er mit der Schnelligkeit bei der Abarbeitung von Projekten durch die Stadtverwaltung aus seiner Sicht nicht zufrieden ist. Doch warum nutzt er nicht den direkten Weg in einem persönlichen Gespräch mit mir?“ Die Konsolidierung des Haushaltsplanes der Stadt habe zu einer Ausdünnung der Mitarbeiter auf einen Stand von vor über zehn Jahren geführt und natürlich seine Spuren hinterlassen. Nieber bescheinigte den Bauamtsmitarbeitern, dass sie ihre Arbeit oft bis in die Nacht hinein erledigen, wenn die Zeit drängt. Das neue Ortseingangsschild habe sicher lange gedauert. Da hierbei auch Fremdmittel zum Einsatz kommen, sind bestimmte Bedingungen und Vorschriften an Größe und Optik unumgänglich.

Ohne Einschränkungen erkenne sie die ehrenamtliche Arbeit von Robert Ascher an, und sie bedauere die Differenzen, so Nieber abschließend.

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