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Stadt vermutet Parkplatz / Architekt: Neue Gartengestaltung

Architekt im Streit mit Stadt: Historischen Wall verunstaltet?

Rinteln (la). Vor einigen Wochen hat die Stadt Rinteln Arbeiten an einem Grundstück am Dingelstedtwall stillgelegt, weil dort der Eindruck entstanden war, der Eigentümer, Architekt Klaus Breitenbach, wolle ohne Genehmigung Stellplätze für Autos bauen.

Parkplatz oder nicht - der Schotter soll wieder weg, fordert die

"Der Eigentümer hatte den Wunsch geäußert, auf seinem Grundstück Parkplätze zu schaffen", erläutert der Erste Stadtrat Jörg Schröder. Dieses Vorhaben sei vom Verwaltungsausschuss der Stadt Rinteln im Dezember 2005 aber unter Hinweis auf den Denkmalschutz abgelehnt worden. Trotzdem rollte im Januar eine Baufirma mit Lastwagen und Baggern an und gestaltete das Grundstück um. Es wurde begradigt und mit Schotter aufgefüllt. "Herr Breitenbach wusste, um was es geht und hat trotzdem die Fläche geschottert und so den Eindruck erweckt, dass er dort Stellplätze bauen lässt. Das ist Selbsthilfe und konnte von uns nicht geduldet werden", begründete Schröder die Stilllegung der Baustelle. Ende Januar waren dann Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege vor Ort. Ihr Statement: "Durch die Umgestaltung des Grundstücks wird die denkmalgeschützte Bastion Wilhelm in erheblichem Maße beeinflusst." Die Denkmalpfleger stellten zudem fest, dass das Grundstücksniveau angehoben worden war, was ebenfalls nicht zulässig sei. Die Stadt Rinteln hat Breitenbach nun mitgeteilt, dass er sein Grundstück auf das vorherige Niveau zurückbauen, den Schotter entfernen und das vorherige Geländeprofil wiederherstellen müsse. "Alles völliger Quatsch", sagt Klaus Breitenbach dazu. Er habe nie Parkplätze beantragt und auch nicht vor, auf seinem Grundstück welche zu bauen. "Die Stadt hat einfach meine Bauarbeiter nach Hause geschickt, obwohl die Arbeiten noch nicht abgeschlossen waren", ärgert sich Breitenbach. Er habe mit dem Schotter lediglich einen Unterbau für seinen zukünftigen Garten schaffen wollen. "Es hat keiner gefragt, ob ich da noch Mutterboden aufbringe und dann Blumen und Sträucher pflanze". Die Stadt Rinteln und die Denkmalpfleger hätten ein Grundstück beurteilt, dass noch nicht fertiggestellt sei. Zwar räumt Breitenbach ein, dass dasGrundstückniveau an einigen Stellen etwas erhöht sei, aber das habe er bei der Baufirma bereits reklamiert. Allerdings dürfte ja auf dem Grundstück nicht mehr gearbeitet werden, um diese Fehler zu beheben. "Ich will dort keine Parkplätze bauen, aber man muss das Grundstück doch auch mal mit einem Fahrzeug befahren können, wenn man zum Beispiel Dünger aufbringen möchte", erläutert Breitenbach die Aufschüttung von Schotter. Der Architekt fühlt sich ungerecht behandelt. "Was habe ich denn getan? Ich habe ein völlig verwildertes Grundstück vorbildlich geräumt und möchte es neu gestalten", so Breitenbach. Er frage sich, ob die Stadt Rinteln hier nicht mit zweierlei Maß messe. Breitenbach: "Im Eingangsbereich zum Dingelstedtwall gibt es schon Parkplätze und zwar von Bürgern, die dort nicht wohnen. Außerdem sehen viele Grundstücke am Dingelstedtwall völlig verkommen aus. Darum sollten sich die Denkmalpfleger und die Stadt Rinteln einmal kümmern."

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