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Vom wachsenden Kuchen des mobilen Tourismus möchte Obernkirchen ein Stückchen abhaben

Arbeitsgruppe sucht stadtnahen Campingplatz

Obernkirchen (sig). Das Schaumburger Land ist reich an touristischen Angeboten, und die Bergstadt möchte sich auf diesem Feld noch stärker einbringen als in der Vergangenheit. Die Arbeitsgruppe "Tourismus, Einkaufen, Wohnen" des Stadtmarketings sieht zum Beispiel in der Schaffung zusätzlicher Campingplätze im Bereich der Kernstadt gute Chancen, mehr Gäste nach Obernkirchen zu holen. Das Gremium ist der Auffassung, dieses Thema sei längst überfällig, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln.

Landschaftlich sehr schön, aber auch einige Meter von der Innens

Erfreulicherweise blieb es nicht bei rein theoretischenÜberlegungen. Die Arbeitsgruppe, in der unter anderem Stadtdirektor Wilhelm Mevert mitwirkt, ging nach einem Vorgespräch unverzüglich auf die Suche nach dafür geeignetem Gelände. Mit den Ergebnissen der Voruntersuchungen, die noch fortgesetzt werden, soll sich dann der neue Rat der Stadt befassen. Er wird Vorschläge erhalten, die sich realisieren lassen. Unter anderem prüfte die Arbeitsgruppe auch bereits den Kostenaufwand für die erforderlichen Ver- und Entsorgungsanlagen. Eine erste Grundausstattung liegt danach bei 3700 Euro. Es habe sich gezeigt, so Ratsherr Thomas Stübke, dass der Tourismus mit Reisemobilen deutlich zugenommen habe und längst kein Schattendasein mehr führe. Die Menschen seien mobiler geworden und möchten zunehmend ihre Freizeit nicht nur an einem bestimmten Standort verbringen. Das habe sich auch im Schaumburger Land herumgesprochen, wie die Planungen in Bückeburg und Bad Eilsen zeigen. Jetzt möchte auch Obernkirchen solche Gäste in die Bergstadt holen. Sie stärken während ihres Aufenthaltes die heimische Wirtschaftskraft, und außerdem dürfte sich auch für sie hier eine Zwischenstation durchaus lohnen. Obernkirchen ist schließlich eine sehenswerte Kleinstadt, die nicht nur von Wochenendtouristen profitieren will. Natürlich reicht es nicht, nur geeignetes Gelände in Kernstadtnähe für die Camping-Fahrzeuge zu finden, sondern die "Reisemobilisten" haben einige berechtigte Anforderungen an die Stellplätze. Dazu gehören vor allem ein Stromanschluss, die Versorgung mit Trinkwasser, die Entsorgung von Schmutzwasser und Müllcontainer. Wichtig ist natürlich auch, dass das alles zu vernünftigen Kosten zur Verfügung gestellt wird. Auf der Wunschliste der Familien, die mit einem Reisemobil unterwegs sind, steht das Vorhandensein möglichst vieler attraktiver Stellplätze, aber auch eine schöne Landschaft und Umgebung ganz oben an. Es gibt Statistiken, nach denen eine Familie mit Wohnmobil pro Tag am Standort im Schnitt 100 Euro ausgibt. Auch das wäre sicherlich ein Grund, sich in die Phalanx der Städte einzureihen, die auf diesem Sektor verstärkte Anstrengungen machen. Bislang gibt es im Bereich von Obernkirchen zwei Stellflächen. Das ist einmal die Campinganlage des Krainhäger Gemeinschaftswerkes, und zum anderen das Hof-Café Eggelmann in Gelldorf. Die Arbeitsgruppe schaute sich Gelände in der Kernstadt an. Bei den meisten besteht jedoch noch ein Klärungsbedarf mit den Grundstücksbesitzern. Außerdem gibt es planungsrechtliche Fragen zu klären, um die sich gezielt Stadtdirektor Wilhelm Mevert kümmern will. Gute Chancen hat der stadteigene Parkplatz unterhalb der Sparkasse, der wenig bis kaum genutzt wird. Hier könnte man zwischen fünf und zehn Stellflächen schaffen. Vorgeschlagen wurde ferner das Gelände hinter dem jetzigen Polizeigebäude, das auch der Stadt gehört. Es ist ja ohnehin bekannt, dass Pläne bestehen, die Polizeistation in den städtischen Gebäuden am Marktplatz unterzubringen. Nicht gerade stadtnah, aber dafür reizvoll von der Lage und der schönen Aussicht her ist der Bereich der Lieth. Von dort wird allerdings der Einkauf etwas beschwerlicher, vor allem für ältere Campingfreunde. Es zeichnet sich in jedem Fall ab, dass spätestens 2007 zu diesem Thema Entscheidungen fällig sind. Wenn es den Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt dann noch gibt, dürfte er die weiteren Weichenstellungen vornehmen, bevor der Stadtrat dann (hoffentlich) Nägel mit Köpfen macht.

Zur engeren Wahl gehört der Parkplatz unterhalb der Sparkasse. D
  • Zur engeren Wahl gehört der Parkplatz unterhalb der Sparkasse. Die Arbeitsgruppe des Stadtmarketings wird dem Stadtrat demnächst einige Vorschläge unterbreiten. Foto: sig
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