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Vor Gericht: Im Prozess gegen 22-jährigen Rintelner kein Ende in Sicht

Angeklagter bietet Führerschein und Geld gegen Falschaussage

Rinteln (maf). Auch nach fünf Verhandlungstagen ist ein Ende des Vergewaltigungsprozesses vor dem Jugendschöffengericht nicht in Sicht. Im Verfahren gegen einen 22-jährigen Rintelner, der im Dezember 2005 eine damals 15-jährige Schülerin zum Oralsex gezwungen haben soll, gerät der Zeitplan zur Befragung der Zeugen insWanken. Durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Anträgen der Verteidigung zieht sich der Prozess in die Länge.

Am jüngsten Verhandlungstag stellten die beiden Verteidiger unter anderem den inzwischen dritten Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richten und einen Antrag auf Aufhebung des kürzlich gegen den Angeklagten erlassenen Haftbefehls. Über beide Anträge wird in diesen Tagen entschieden. Am fünften Prozesstag, der sich insgesamt über sieben Stunden hinzog, wurde die Vernehmung des jüngeren Bruders der Schülerin fortgesetzt. Der Zeuge bestätigte erneut einen früheren Bestechungsversuch durch den Angeklagten: Er habe ihm das Geld und die komplette Bezahlung des Führerscheins angeboten. Diese Offerte lehnte der Bruder ab und wurde daraufhin nicht mehr von dem Angeklagten angesprochen. Jetzt hofft die Verteidigung, dass der ursprüngliche Haftgrund der Verdunkelungsgefahr entfallen ist. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann soll noch einmal die Polizistin angehört werden, die das 15-jährige Mädchen zwei Tage nach dem Vorfall vernommen hatte. Diese Zeugin hatte bereits zum Prozessauftakt umfassend ausgesagt.

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