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Lebhafte Diskussionüber Integration in einer WIR-Veranstaltung

"An der Gesellschaft teilnehmen"

Stadthagen (mw). "Integration statt Assimilation" ist das Thema eines Referats gewesen, das bei der Mitgliederversammlung der Wählerinitiative "WIR für Schaumburg" (WIR) zu einer regen Diskussion geführt hat. An der Veranstaltung in der Gaststätte Bruns haben 22 Mitglieder und türkischstämmige Gäste teilgenommen.

Türkische Kinder unterhalten mit Folkloretänzen. Foto: mw

In der Literatur werde "Integration" unter anderem als "gesellschaftliches Harmonisieren von Personengruppen in Gesellschaften" definiert, erklärte die türkischstämmige Rabia Yasar. Sie verstehe darunter jedoch ganz einfach eine gute Nachbarschaft und Freundschaften zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. "Assimilation" werde dagegen als "Angleichung" erklärt, während sie dies damit gleichsetze, den eigenen "Ursprung" zu vergessen. Um Integration zu erreichen, sind nach Ansicht Yasars alle Bevölkerungsteile gefordert, sich mit gegenseitigem Interesse, Toleranz, Geduld und Vertrauen zu begegnen. Als bedauerlich bezeichnete sie, dass bei multikulturellen Veranstaltungen jedoch immer nur dieselben Gesichter vertreten sind. Die Integration bleibe so auf halbem Wege stehen. Etliche Ausländer hätten sich bereits durch den Kauf von Immobilien in Deutschland integriert, sagte Yasar, und ergänzte: "Viele von uns wollen sich hier wohlfühlen, weil sie Angst haben, in der (ursprünglichen) Heimat nicht zurechtzukommen." Mit der Integration müsse man aber bereits bei den Kindern anfangenund dürfe diese auch in der Schule nicht benachteiligen. Ein wesentlicher Punkt für die Integration sei die Sprache, meinte der Obernkirchener Bernd Kirsch. Bereits im Kindergarten müsse man Sprachtests durchführen und etwaigen Defiziten mit Deutschunterricht begegnen. Gundi Donjes aus Stadthagen sagte, dass nicht etwa die Sportvereinen aktiven Ausländer problematisch seien, sondern jene, die zu Hause blieben, Rückschritte machen und sich gegenüber der deutschen Bevölkerung "verschließen". "Es hängt auch sehr viel an uns", bestätigte die Stadthägerin Hediye Buruk. "Wir müssen an der Gesellschaft teilnehmen." "Integrationsprozesse lassen sich nicht in einer Generation abwickeln", stellte Uwe Toepfer, der stellvertretende Vorsitzende der Wählerinitiative, fest. Dies erfordere mitunter weit größere Zeiträume. Die neue Moschee in Stadthagen bezeichnete der WIR-Vorsitzende Richard Wilmers als ein "wichtiges Signal" an die türkischen Mitbürger.

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