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"Rechtswidrig ausgestellt" - Behörde räumt Fehler ein / "Kronen"-Zeitung: Mehrere Anzeigen

Amtsleiter: Mario-Max muss Pass zurückgeben!

Bückeburg. "Ich lese hier beim Namen ,Prinz zu Schaumburg-Lippe' ", hatte N3-Schaubuden-Moderatorin Madeleine Wehle noch vor gut zwei Wochen ihrem smarten, 28 Lenze jungen Gast aus Salzburg assistiert. "Und auch ansonsten ... alles so, wie es sich gehört." Wie es sich gehört? Jener vermeintliche Prinz Mario-Max müsste dieser Tage unliebsame Post von Hofrat Dr. Klaus Aigner bekommen haben, dem Behördenleiter der Bezirkshauptmannschaft Hallein. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Dr. Aigner: "Wir haben ihn aufgefordert, den Pass zurückzugeben."Und: Die österreichische Boulevardzeitung "Krone" hat mehrfach über Anzeigen gegen Mario-Max nach einem geplatzten RTL-Interview berichtet.

Mehrfach hat das Boulevardblatt "Krone"über Mario-Max, dessen Pa
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Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite

Der Reihe nach. "Sehr zu meinem Bedauern als Behördenleiter", erläutert Dr. Aigner, sei das Ausstellen des Passes am 31. Mai des Jahres 2002 in seinem Amt "rechtswidrig und ein Fehler". Schon im Jahr 1919 seien in Österreich bei der Neufassung des Namensrechts Adelsprädikate abgeschafft worden. Mit der Folge, dass Adoptierte namensrechtlich nicht berechtigt seien, Adelstitel zu führen. Dr. Aigners Fazit: "Die Passausstellung ist daher falsch." Zu dem Fehler sei es gekommen, weil der zuständige Hauptsachbearbeiter wegen Krankheit ausgefallen und von einer - in der Materie offenbar nicht sattelfesten - Hilfskraft vertreten worden sei. Und nun? "Wir haben Herrn Schaumburg-Lippe ... oder Wagner-Schöppl ... schriftlich aufgefordert, den Pass zurückzugeben", erklärt der Bezirkshauptmann gegenüber unserer Zeitung das weitere Vorgehen seiner Behörde. Dem Passinhaber sei Mitte vergangener Woche eine Frist von 14 Tagen eingeräumt worden, dieser Aufforderung nachzukommen. "Wenn uns der Pass danach nicht vorliegen sollte, werden wir das förmliche Verfahren zur Einziehung des Passes einleiten", kündigt Dr. Aigner für den Fall der Fälle weitere Schritte an. DieÄußerungen des Behördenchefs aus Hallein lassen Auswirkungen auf den Streit um den Markennamen zwischen Mario-Max auf der einen Seite und Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe auf der anderen vermuten. Wie berichtet, hatte sich Mario-Max die Marke "Prinz zu Schaumburg-Lippe" für annähernd 30 Warengruppen schützen lassen. Was aber, wenn der Antragsteller am Ende gar kein Prinz mehr ist? Ungemach droht Mario-Max auch von anderer Seite. Mittlerweile hat dasösterreichische Massenblatt "Kronenzeitung" mehrfach berichtet, mit Schlagzeilen wie "RTL-Reporter zeigt ,Prinzen an" oder "Prinzen-Posse geht weiter: Nun noch mehr Anzeigen bei Polizei". So berichtet die "Krone" am 28. Februar von einem RTL-Interview mit Folgen: Dabei kam es offenbar "zum Eklat, die Polizei ermittelt." Auch der RTL-Reporter schien sich für den Pass von Mario-Max zu interessieren. Als er nachfragte, war das Interview laut "Krone" schnell beendet. Das Blatt zitiert den RTL-Reporter mit den Worten: "Er hat mir die Aufnahme-Kassette aus der Hand gerissen, ist weggelaufen und hat sie zerstört". Die "Krone" zitiert auch Mario-Max - setzt dabei das Adelsprädikat Prinz in Anführungszeichen - mit den Worten: "Er hat mir die Kassette vor Zeugen geschenkt". Zeuge laut Zeitung: Mario-Max' Mutter Gertraud Wagner Schöppl. "Die Polizei jedenfalls ermittelt", berichtet das Blattüber eine "Anzeige wegen Sachbeschädigung" und darüber, dass der RTL-Reporter wegen des entgangenen Interviews einen "Verlust von mehr als 5000 Euro" beklage. Wenige Tage später legt das Blatt nach, mit veränderter Tonlage. Mit Blick auf den Vorfall um das RTL-Interview spottet der Krone-Autor: "In Obertrum werden kleinere Brötchen gebacken, sozusagen Prinzenrollen ..." Mittlerweile habe der RTL-Reporter seine Anzeige erweitert, es gehe nun auch um Nötigung. Und: Der Fernsehmann behalte sich weitere Schritte wegen Ehrenbeleidigung und übler Nachrede vor. Auch Mario-Max kommt noch einmal zu Wort. Er verweist auf den "Verfahrens- und Rechtsweg", sieht "der Klärung der falschen Vorwürfe bei unabhängigen Stellen gelassen entgegen" und erklärt, eine Anzeige gegen falsche Behauptungen "wurde bereits von meinen Anwälten an die Staatsanwaltschaft übermittelt". Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe steht in der ganzen Angelegenheit für öffentliche Äußerungen nicht mehr zur Verfügung, lässt statt dessen lieber seine Anwälte für sich arbeiten und kann den Ausgang wohl gelassen abwarten ...

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