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„Am Ende kämpft man mit sich alleine“

Bad Münder. „Das Ambiente und der Ort sind wunderschön. Ich glaube, die Studierenden haben selten eine so schöne Altstadt gesehen“, lobt Prof. Henri Sigfridsson den Martin-Schmidt-Konzertsaal und die Stadt Bad Münder. Die ist auf Anregung von Volker Schmidt-Gertenbach erstmals Austragungsort eines Meisterkurses für Nachwuchspianisten.

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„Die zehn Musiker kommen aus Russland, Finnland, Japan und Korea“, so Sigfridsson, der selber aus Finnland stammt, seit 18 Jahren in Deutschland lebt und an der Folkwang Universität der Künste in Essen unterrichtet.

Die Studierenden im Alter von 23 bis 28 Jahren erhalten eine Woche lang viermal eine Stunde Unterricht. „Den Rest der Zeit können sie an vier Flügeln selbstständig üben“, so Sigfridsson. Sein Meisterkurs thematisiert die frühen Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. „Das sind die ersten Kompositionen, die er in Wien geschrieben hat, und die er als ´für Kenner und Laien´ betitelt hat“, erläutert Sigfridsson. „Meine Meisterkurs-Schüler lernen dabei wesentliche Charakteristika der Wiener Klassik kennen.“

Eine inhaltliche Zielsetzung, die auch die 25-jährige Inna Filsova aus der Ukraine nach Bad Münder gelockt hat. „Der Ort ist zwar klein und sehr schön“, erklärt sie, „aber das Wichtigere ist der Unterricht.“ Neben den Unterrichtsstunden bei Sigfridsson drängen sich die Schüler um einen Übungsplan. „Der muss fair aufgeteilt sein, denn es stehen nur vier Klaviere zur Verfügung.“ Vier Stunden am Tag aber könne man als Teilnehmer des Meisterkurses durchaus üben.

„Die Leistungsdichte ist groß. Bei meiner Arbeit habe ich schon entscheidende und sehr gute Veränderungen wahrgenommen“, lobt Sigfridsson den Fortschritt seiner Schüler im Meisterkurs.

„Wir haben neben all der Arbeit aber auch viel Spaß“, so Filsova. „Es ist eine Mischung aus Wettbewerb und gemeinsamen Aktivitäten. Am Ende aber kämpft jeder für sich und nicht mit den anderen.“hzs

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