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Mit Lederweste und Zopf: Heinz Scholz ist Biker, wie er im Buche steht – obwohl es den gar nicht gibt

Alles fing an, weil er zu faul zum Laufen war

Brünnighausen (top). Langsam fährt die große Harley-Davidson um die Ecke. Der geputzte Chrom glänzt mit dem edlen dunkelrot-metallic schimmernden Lack in der Sonne um die Wette. Ein sattes Motorengeräusch ist zu vernehmen, als Heinz Scholz ein letztes Mal die schwere Maschine beim Motorradtreffen in Brünnighausen beschleunigt, um sie dann wieder langsam ausrollen zu lassen.

Eine Kutte voller Abzeichen.

Brünnighausen (top). Langsam fährt die große Harley-Davidson um die Ecke. Der geputzte Chrom glänzt mit dem edlen dunkelrot-metallic schimmernden Lack in der Sonne um die Wette. Ein sattes Motorengeräusch ist zu vernehmen, als Heinz Scholz ein letztes Mal die schwere Maschine beim Motorradtreffen in Brünnighausen beschleunigt, um sie dann wieder langsam ausrollen zu lassen. Ein Blick in die Augen des 60-Jährigen verrät, hier ist ein wahrer Vollblutbiker in seinem Element. Dass der Eckernförder ein waschechter Motorradfan ist, lässt sich schnell erahnen. Mit seinem polierten Helm im original Harley-Davidson-Stil, einem amerikanisch anmutenden T-Shirt, der fransigen Lederweste, großer Sonnenbrille, sowie langen zum Zopf gebundenen Haaren und einem wahrlich außergewöhnlich langen Vollbart, geht es für Heinz Scholz an diesem Tag auf die große Fahrt. Stilecht, wie viele Leute sich richtige Motorradfahrer vorstellen, cruist auch der pensionierte Lkw-Fahrer. Sich ein kleines Stück Freiheit zu bewahren, ist es, was das Motorradfahren für den stattlichen Mann ausmacht. Mit seiner Heritage Softail liebt er es, gemütlich an Ausfahrten teilzunehmen und das überwiegend tolle Wetter und die Landschaft zu genießen. Eigentlich habe er den Motorradführerschein in jungen Jahren nur erworben, da er zu faul gewesen sei, laufen zu müssen. Doch aus dieser Sichtweise ist in den vergangenen 42 Jahren eine wahre Leidenschaft für das motorisierte Zweirad geworden. Doch nicht nur der Fahrspaß steht für den Harley-Fan an erster Stelle. „Besonders bei den Motorradtreffen ist eine ganz besondere Stimmung unter den Bike-Liebhabern zu spüren“, sagt Heinz Scholz mit einem Lächeln im Gesicht.

Der größte Traum des Rentners, der bereits auch schon die legendäre Daytona Beach Bike Week in Florida besuchte, ist es, einmal die Route 66 abzufahren. Doch auch andere Motorradliebhaber hegen diesen oder ähnliche Wünsche, wenn es um die Touren mit ihrem „Schätzchen“ geht.

Eine Motorradtour quer durch Europa mit seiner Familie, ist es, was sich Guido Hohage für die Zukunft vorstellen kann. Dabei scheint Hohage dem Bild eines Bikers, das offensichtlich viele haben, so gar nicht zu entsprechen. Das hat der 35-jährige Apotheker auch bereits in jungen Jahren zu hören bekommen. Kurz, nachdem er als 18-Jähriger den Motorradführerschein erworben hatte, sprach ihn eine Bekannte an. „Schön, dass es auch nicht tätowierte Motorradfahrer gibt, sagte sie damals“, erinnert sich der Salzhemmendorfer. Er ist ganz erstaunt über diese Binsenweisheit, denn auch die aktuellen Treffen zeigten, dass Motorradfahrer in ihrem Aussehen und in ihren Charakteren unterschiedlicher nicht sein könnten.

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Vor der Ausfahrt sieht sich Horst Habenicht die Route an.
  • Vor der Ausfahrt sieht sich Horst Habenicht die Route an.
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Vor der Ausfahrt sieht sich Horst Habenicht die Route an.

Auch wenn der Salzhemmendorfer bereits seit seiner Jugend im Besitz des Führerscheins ist, ergab sich doch lange keine Möglichkeit, der Passion Motorradfahren nachzugehen. „Jedes Jahr aufs Neue sah ich im Sommer wehmütig den anderen Fahrern hinterher“, weiß der Familienvater genau. Erst vor knapp drei Jahren ergab sich die passende Gelegenheit zum Erwerb der für ihn perfekten Maschine. An der schwarzen Kawasaki Z 750 hat er sofort Gefallen gefunden und genießt es heute umso mehr, mit seinem Schmuckstück zu fahren.

„Die Sicherheit beim Fahren steht dabei aber für mich immer an erster Stelle.“ Mit Vollschutz ausgerüstet geht es, wenn es die Zeit des selbstständigen Apothekers zulässt, zu kleinen Fahrten in der Region.

Und auch bei Horst Habenicht geht es in seiner Freizeit, so oft wie möglich auf sein Zweirad. Der Präsident des Motorradclubs Brünnighausen genießt den Fahrspaß auch bereits seit seinem 18. Lebensjahr. „Die Kraft der Beschleunigung auf der Straße zu spüren ist schon etwas besonderes“, gibt der 55-Jährige für sich zu. „Die Geschwindigkeit beim Fahren zu spüren und die Kraft der Maschine umzusetzen, bedeutet für mich einen absoluten Ausgleich zu meinem Alltag“, sagt der Gewächshausbauer. Seit zwölf Jahren leitet der Coppenbrügger den Motorradclub in Brünnighausen und genießt trotz aller Faszination an der Schnelligkeit und der Stärke seiner Kawasaki ZZR 1100 auch die gemütlichen Ausfahrten im Kreis von Gleichgesinnten.

„Besonders die Ausfahrten in Skandinavien sprechen mit der unvergleichlichen Schönheit der Natur, sowie den freundlichen, aufgeschlossenen Menschen für sich“, schwärmt Horst Habenicht.

Dabei steht neben der gemeinsamen Leidenschaft für die Motorräder für alle 300 Biker des Motorradtreffens in Brünnighausen eines fest: Die tolle familiäre Atmosphäre bei diesem Treffen, das unterhaltsame Abendprogramm mit der Rockband 24:Seven, sowie die wunderschöne Ausfahrt durch das Weserbergland – gestreift werden Hameln, Bad Pyrmont, Schieder-Schwalenberg und Bodenwerder – sind es, die dieses Wochenende so einmalig machten.

Heinz Scholz liebt es, mit seiner Harley durch die Gegend zu cruisen – gerne mit anderen.Fotos: top

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