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Sybille Schmitz-Scharrenbach zeigt Ausstellung „Treelogie II“ / Farbe des Waldes: Gelb statt Grün

„Alles Blatt“ im Martin-Schmidt-Foyer

Bad Münder (hzs). In ihrem auf drei Ausstellungen angelegten Zyklus „Treelogie“ präsentiert die Münderaner Künstlerin Sybille Schmitz-Scharrenbach nach dem letztjährigen Auftakt zum Thema „Baum und Baumkörper“ jetzt den „Alles ist Blatt“ betitelten zweiten Teil. Den eröffnete jetzt die Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Hoffmann-Bürrig in der Reihe „FiF – Frauen im Foyer“.

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Schmitz-Scharrenbach, eine studierte Kommunikationsdesignerin, die lange Zeit in der Rhein-Main-Region, in Hanau und Frankfurt, gelebt und gearbeitet hat, dort Mitglied der Künstlervereinigung „Pupille“ ist, arbeitet derzeit als freischaffende Künstlerin in Bad Münder. Mit offensichtlichem Erfolg, denn der Publikumsandrang zur Vernissage war unübersehbar.

Zu den Klängen des „musikalischen Saxtetts“ der Jugendmusikschule ließen sich die Gäste von Hoffmann-Bürrigs Laudatio auf die ausgestellten Bilder einstimmen. Wer beim Thema „Alles ist Blatt“ primär an die Farbe Grün denkt, liegt falsch. Schmitz-Scharrenbachs Blattwelten sind vorrangig gelbtönig, in jener Farbe, der Goethe in seiner Farbenlehre vorwiegend negative Eigenschaften zuordnete. Schmitz-Scharrenbachs Bilder jedoch können den Betrachter vom Gegenteil überzeugen. Oft sind reale Blätter in ihre Bilder eingefügt, baut die Künstlerin Schichtstrukturen auf, collagiert und verfremdet die Objekte zu spannenden, optisch grellen oder in Pastelltönen gehaltenen neuen Blattwundern.

Natur und Mensch sei sicherlich das Ober- und Leitthema, doch vor allem gehe es um die unerhörte Ästhetik, der Sinnlichkeit von Blattkonstruktionen, betont die Künstlerin. Das Blatt als fragiler und gleichzeitig den Stürmen trotzender Baumbestandteil, selbst im Untergang noch von großer Farbigkeit und Schönheit.

Auch in den gezeigten Installationen „Blatt für Blatt“ und „Verweht“ zeigt sich Schmitz-Scharrenbachs unbändige Freude am Gestalten und Experimentieren mit natürlichen Farben und Formen.

Da versteht es sich fast von selbst, wenn auch der symbolische Gehalt der gezeigten Werke auf der Hand liegt: Werden und Vergehen, Zerstörung und Anfang, Schönheit und Verfall, allesamt eingängige Blatt-Metaphern.

Die Ausstellung „Treelogie II – Alles ist Blatt“ ist noch bis zum 19. April im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaales zu sehen.

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