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Umzug gefährdet städtebauliches Projekt / Nicht nur die Stadt hat Bedenken / "Umverteilungseffekt in der Stadt"

Aldi will zum "Rösertor" - verwaist der Bornemann-Platz?

Obernkirchen (sig). Diese Kunde war auch für die Stadtverwaltung überraschend: Wenn das "Rösertor"-Bauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Bauunternehmens Ackemann realisiert wird, dann zieht es auch den Aldi-Markt dorthin. Genau das aber löst bei Rat und Verwaltung keine Freude aus. Eine solche Entscheidung gefährdet nämlich dasgesamte städtebauliche Projekt "Bornemann-Platz".

Aldi ist das Zugpferd in der Innenstadt. Gegen einen Umzug des D

Die Folgen dieser Nachricht waren dann auch am Donnerstagabend bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung um Umwelt (ASU) nicht zu übersehen. "Wir haben erkennbare Probleme mit dem Durchführungsvertrag", erklärte Bürgermeister Horst Sassenberg für die Gruppe CDU/WGO. Das war bei den Sozialdemokraten nicht anders, wie der Fraktionsvorsitzende Wilhelm Mevert bestätigte. So kam es, wie es kommen musste: Es gab keine Beschlüsse, sondern das Thema "Einkaufszentrum Rösertor" wurde von der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung abgesetzt. "Wir haben noch weitere Anregungen, aber auch Bedenken erhalten", berichtete Fachbereichsleiter Ulrich Kuhlmann. Der Ausschuss wird sich damit erst in seiner nächsten Sitzung Mitte März befassen. Bis dahin gibt es keine weiteren vertraglichen Regelungen und auch keinen Satzungsbeschluss. In der ersten Planungsphase war von Rewe als Lebensmittel-Vollsortimenter und einem kleineren Discounter die Rede. Das hätte zum Beispiel der "Penny-Markt" sein können. Dazu kommen in weiteren Neubauten noch ein Getränkemarkt, ein Schuhgeschäft und ein kleinerer Textilbereich. Das Bürogebäude einschließlich des Anbaues am Sülbecker Weg bleibt erhalten. Der zur Verabschiedung anstehende Durchführungsvertrag enthält den Hinweis darauf, dass ein im Stadtbereich vorhandener Lebensmitteldiscounter zum "Rösertor" verlagert werden soll und dort eine Fläche von 900 Quadratmeter belegen will. Nachdem jetzt bekannt geworden ist, dass es sich dabei um Aldi handelt, sind die weiteren Verhandlungen ins Stocken geraten. Die Verantwortlichen der Stadt wünschen sich alles andere als ein Ausbluten des Bornemann-Platzes. Das ist aber im Falle des Standortwechsels von Aldi zu befürchten, wenn dort nicht ein zugkräftiges Einzelhandelsgeschäft nachrückt. Und das steht zurzeit noch in den Sternen. Edeka und WEZ dürften nach den eigenen Erfahrungenan der Langen Straße kein Interesse daran haben. Eine weitere Aufteilung der Kaufkraft dürfte auch kaum Sinn machen, zumal sich die Sogwirkung von Obernkirchen als Einkaufsstadt bei den Nachbarorten in Grenzen hält. Sowohl bei der Industrie- und Handelskammer Hannover-Hildesheim als auch beim Verein für Wirtschaftsförderung ist in ihren schriftlichen Stellungnahmen zu dem geplanten Einlaufszentrum die Sorge zu spüren, dass die Situation für den Einzelhandel in der eigentlichen Kernstadt dadurch nicht leichter wird. Zu den Umverteilungseffekten innerhalb des Stadtgebietes stellt die IHK in ihrer Stellungnahme fest: "Mit der Verlagerung des bestehenden Aldi-Marktes in das neue Einkaufszentrum wird der Bornemann-Platz mit großer Wahrscheinlichkeit im innerstädtischen Wettbewerb an Attraktivität verlieren." Mit einiger Sicherheit ist davon auszugehen, dass die Stadt zunächst klären will, wie sich die Dinge auf dem Bornemann-Platz entwickeln, bevor sie ihre Zustimmung zu dem jetzt zurückgestellten Durchführungsvertrag geben wird. Eine Stellungnahme des Investors aus Neustadt war nicht zu erhalten. Das verantwortliche Management nimmt zurzeit an einem Seminar teil.

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