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Stadt wartet auf Konzept für "Marktkauf"-Umbau / "Brauchen Lebensmittel-Anbieter in der Kernstadt"

"Aldi" will erweitern - Investor plant "Penny"

Obernkirchen (sig). Die Bergstadt steht vor wichtigen Entscheidungen im Bereich ihrer Verbrauchermärkte. Die Einwohner warten gespannt auf das Konzept für die geplante Erweiterung des "Marktkaufs", das bis Ende dieses Monats dem Stadtrat und der Verwaltung vorliegen sollte. Seit einigen Monaten ist zudem bekannt, dass es einen Investor gibt, der auf dem Gelände des früheren Bauunternehmens Ackemann einen weiteren Verbrauchermarkt errichten will.

Mit diesen Vorhaben hat sich auch der Fraktionsvorsitzende Wilhelm Mevert bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins im Restaurant "Rhodos" befasst. Er sprach davon, dass sich der "Marktkauf" auf insgesamt rund 6000 Quadratmeter vergrößern wolle. Der Non-Food-Bereich, an den man offensichtlich auch etliche Hoffnungen knüpft, würde davon mit rund 2500 Quadratmetern knapp die Hälfte ausmachen. Ein Zuhörer bezeichnete es als dringend, dort vor allem Herrenbekleidung, aber auch Schuhe anzubieten. Von Seiten der Sozialdemokraten bestünden gegen ein solches Vorhaben eigentlich keine Bedenken, ließ der Kommunalpolitiker durchblicken. "Wir möchten aber erst einmal mehr darüber wissen, wie sich eine solche Planung auf die gesamte geschäftliche Situation in der Innenstadt auswirkt", erklärte Mevert. Zuruf aus der Versammlung:"Die Innenstadt darf nicht nur aus leeren Schaufenstern bestehen, in denen ersatzweise Bilder zu sehen sind!" Dieses Problem dürfte sich aber vermutlich noch weiter verschärfen, wenn der Investor, der von Ackemann Grund und Boden erworben hat, dort einen Penny-Markt in einer Größenordnung von 800 Quadratmetern errichtet und noch zusätzlich einige kleinere Fachmärkte aufnimmt. An eine Wohnbebauung in diesem Bereich sei angesichts der schrumpfenden Bevölkerung und des stagnierenden Immobilienmarktes kaum zu denken, unterstrich Mevert. Der Kommunalpolitiker deutete außerdem an, dass sich der Aldi-Markt möglicherweise von seinem Standort auf dem Bornemannplatz verabschiedet, weil er sich ebenfalls vergrößern möchte und dort kein weiteres Gelände dafür zur Verfügung steht. "Wir brauchen aber einen solchen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt und würden den Wegzug im Interesse der Bürger sehr bedauern", kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende die derzeitige Situation. Wilhelm Mevert nutzte die Zusammenkunft aber auch schon mal zu einer Art "politischen Aschermittwoch". Als einen schweren Rückschlag für Obernkirchen bezeichnete er die Entscheidung, dass die Bergstadt keine kooperative Gesamtschule (KGS) bekommen hat mit einem gymnasialen Zweig bis zur 10. Klasse. Das wäre wichtig gewesen für die Wohn- und Lebensqualität der Bürger, betonte Mevert. Dem Bürgermeister warf er vor, im Kreistag im Gegensatz zu Thomas Stübke gegen die Einführung der KGS in Obernkirchen gestimmt zu haben. Er schrieb es auch den Sozialdemokraten zugute, dass der Kirchplatz doch noch kurz vor Toresschluss der Stadtsanierung mit Mitteln des Bundes und Landes fertig gestellt werden konnte. Da gab es eine längere Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem Kirchenvorstand wegen der Nutzungsrechte und der damit verbundenen Möglichkeit, dort die Vereidigung von Bundeswehrsoldaten vorzunehmen. Und schließlich nahm der Fraktionschef noch für die Opposition im Stadtrat in Anspruch, die Standortfrage des Sonnengarten-Komplexes positiv beeinflusst zu haben. Es sei richtig gewesen, dass dieses Projekt an die Bergamtstraße angebunden wurde und der Platz unmittelbar hinter der "Roten Schule" freigehalten worden ist. Zu diesem Gelände, das unter dem Begriff "Forum" bekannt ist, kam aus der Versammlung aber die Klage, dass sich die wassergebundene Decke in diesem Winter und danach als unzureichend erwiesen habe.

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