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Vom Bundesrechnungshof kritisierte Maßnahme hat zahlreiche Arbeitslose wieder in Beschäftigung gebracht

AIBM sagt: Gute Erfahrung mit Ein-Euro-Jobs

Bad Münder (st). Ein-Euro-Jobs erhöhten nicht die Chancen der Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt, Ein-Euro-Jobs seien eine Konkurrenz zur Festeinstellung, Ein-Euro-Jobs seien häufig keine zusätzlichen Tätigkeiten im Interesse der Allgemeinheit (wie vorgeschrieben). Der Bundesrechnungshof übt in einem internen Bericht, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, harsche Kritik am staatlich geförderten Beschäftigungsmodell – eine Kritik, die Ines Rasch von der Arbeitsloseninitiative Bad Münder (AIBM) für die Fälle vor Ort entschieden zurückweist. Alle in Bad Münder von Ein-Euro-Kräften erledigten Aufgaben würden den Maßgaben „zusätzlich“ und „gemeinnützig“ entsprechen – soweit es kontrollierbar sei.


Gerade in Vereinen und Altenpflegeeinrichtungen, aber auch in Schulen, Museen oder Kindergärten würden die Ein-Euro-Jobber wertvolle Dienste leisten, sagt Rasch – und sich nicht selten für andere Aufgaben empfehlen. „Wenn die Arbeitslosen nicht die Grünpflege in zahlreichen Sportvereinen übernehmen würden, dann müssten das die Ehrenamtlichen mitmachen, die ohnehin schon einen Großteil ihrer Freizeit opfern“, sagt Rasch. Konkurrenz für einen Gärtnerei- oder Landschaftsbaubetrieb? Niemals, findet Rasch. „Die Vereine hätten einfach nicht das Geld, das von einem Unternehmen erledigen zu lassen.“

Genauso verhalte es sich mit den Jobs in Altenpflegeeinrichtungen. „Die Ein-Euro-Jobber leisten den Bewohnern Gesellschaft, ermöglichen ihnen die Teilnahme am sozialen Leben durch Begleitung in die Stadt – zum Einkaufen oder so. Aufgaben, die die Lebenszufriedenheit fördern, die der Betreuungsschlüssel aber nicht vorsieht.“

Gerade im Betreuungsbereich konnte die Beschäftigung den Ein-Euro-Kräften „neue berufliche Perspektiven erschließen“, sagt Rasch. So gab es bereits einige Arbeitslose, die eine Fortbildung zur pädagogischen Fachkraft an Grundschulen absolviert haben und jetzt in der Nachmittagsbetreuung tätig sind. Doch nicht nur die konkrete Vermittlung zurück ins Berufsleben sei Ziel des Ein-Euro-Job-Modells. „Es geht auch darum, den Arbeitslosen wieder Strukturen aufzuzeigen und Tugenden zu wecken, die im Arbeitsalltag gefragt sind“, so Rasch.

Gerade in Bad Münder würde das durch die AIBM, gut funktionieren. „Wir sind zwischen Job-Center und Job-Suchenden geschaltet, können so eine engere Betreuung gewährleisten.“ Und auch schärfer kontrollieren, ob denn die ausgeführten Tätigkeiten den Vorgaben entsprechen. „Wir müssen die Stellen jedes Jahr neu beantragen und der Kreishandwerkerschaft und anderen Innungen zur Kontrolle vorlegen“, sagt Rasch. Wenn diese reguläre Jobs gefährdet sähen, müsste das Tätigkeitsfeld des Ein-Euro-Jobbers verändert werden.

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