weather-image
10°
Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Arbeit mit DGB und AIBM / Angst vor „tiefem Loch“

Adler beschwört „Menschenrecht auf Arbeit“

Bad Münder (gho). Er war als „besonderer Gottesdienst“ angekündigt worden, und es war in der Tat etwas ganz Besonderes, was die Akteure den Besuchern in der Petri-Pauli-Kirche boten: Den ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Arbeit in Kooperation mit DGB und AIBM.


Nach der Aufforderung von Thomas Franzen von der Diakoniestation pinnten die Besucher kleine Zettel mit ihren ganz individuellen Gedanken zum Thema Arbeitslosigkeit an eine vorbereitete Klagemauer: „Ich falle in ein tiefes Loch“, hieß es da beispielsweise, oder: „Ich habe Angst vor sozialer Vereinsamung“, „Ich verliere den Boden unter den Füßen“. Spontane Gebete von Pastor Dietmar Adler, Bruder Godehard, Anja Grah und Siegfried Schönfeld wechselten sich mit dem Vorlesen der Zettelinhalte ab.

Der Ablauf des Gottesdienstes wurde immer wieder durch einfühlsame Rhythmen von Julian Heider am E-Piano begleitet. In gespielten Interviews von Ines Rasch, Thomas Franzen, Axel Berndt (DGB-Ortsverband), Siegfried Schönfeld, Anja Grah und Uwe-Peter Keil war auch von Langzeitarbeitslosigkeit die Rede – und von Mutlosigkeit, weil keine Hoffnung in Aussicht sei. Diese Rollenspiele erzeugten Betroffenheit bei den Besuchern.

Nachdem am Ende das Papier von der symbolischen Klagemauer gerissen worden war, tauchten Begriffe auf: Schutz, Verständnis, Gemeinschaft, Chancen, Solidarität, Selbstbewusstsein, Aufstehen oder Achtsamkeit.

„Mit der Arbeit des Schöpfers begann alles“

In seiner Predigt beschwor Dietmar Adler „das garantierte Menschenrecht auf Arbeit“. Das Lutherwort unterstreiche dies ganz besonders: „Arbeit gehört zum Menschen wie das Fliegen zum Vogel“, und er fügte hinzu: „Mit der Arbeit des Schöpfers begann alles, auch Jesus lernte das Zimmererhandwerk, und seine Jünger hatten Berufe wie Fischer, Zeltmacher, Schäfer, Hirten.“

Auch in paradiesisch anmutenden Verhältnissen gehe es nicht ohne Arbeit zu. Freizeit, Ferien, Wochenende – „Ja, aber ohne Arbeit ist ein Leben undenkbar.“ Scharf ins Gericht ging Adler mit den skandalösen Riesensummen, die den Managern gezahlt wurden, bei gleichzeitiger „Anpassung, Freisetzung oder wie immer auch die Entlassung von unzähligen Mitarbeitern in die Arbeitslosigkeit“ genannt werde.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare